Hauptmieten stiegen seit 2008 deutlich stärker als Betriebskosten

Laut einer aktuellen Analyse der Arbeiterkammer (AK) sind die Betriebskosten im Zeitraum 2008 bis 2019 so wie die Teuerungsrate um rund ein Fünftel gestiegen, die Hauptmieten dagegen mehr als doppelt so stark.

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© Volkmar Schulz

Wien – Bei den steigenden Wohnkosten erweist sich als Preistreiber bei den Bruttomieten der Hauptmietzins und nicht die Betriebskosten, zeigt eine aktuelle Analyse der Arbeiterkammer (AK). Demnach sind die Betriebskosten im Zeitraum 2008 bis 2019 so wie die Teuerungsrate um rund ein Fünftel gestiegen, die Hauptmieten dagegen mehr als doppelt so stark - die privaten Mieten sogar noch mehr.

Österreichweit ist die Bruttomiete pro Quadratmeter in den vergangen elf Jahren um 39 Prozent gestiegen - der Hauptmietzins dabei um 47 Prozent und die Betriebskosten um 21 Prozent und damit genau im Ausmaß der Teuerung (21 Prozent). Dies geht aus einer heute, Donnerstag, veröffentlichten AK-Analyse über Betriebskosten hervor. Stärker ausgefallen ist die Verteuerung bei den privaten Hauptmieten: Die Bruttomiete stieg um 46 Prozent, der Hauptmietzins um 55 Prozent und die Betriebskosten um 20 Prozent.

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"Die Mietwohnungen von gemeinnützigen Bauvereinigungen und Gemeinden dämpfen den Preisauftrieb"

Wien lag bei der Verteuerung der Mietpreise über dem Österreich-Wert: Die private Bruttomiete je Quadratmeter erhöhte sich von 2008 bis 2019 um 58 Prozent - bei einem Anstieg des Hauptmietzinses um 75 Prozent und um 21 Prozent höheren Betriebskosten. Über alle Wiener Hauptmieten zusammen betrug der Anstieg bei der Bruttomiete 43 Prozent, beim Hauptmietzins 55 Prozent und bei den Betriebskosten 18 Prozent.

Die mit Abstand größeren Steigerungen bei den privaten Hauptmietzinsen bedeuteten, "die Mietwohnungen von gemeinnützigen Bauvereinigungen und Gemeinden dämpfen den Preisauftrieb am gesamten Mietwohnungsmarkt", so Thomas Ritt, Leiter der AK Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen, in einer Pressemitteilung.

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Als zwei wesentliche Ursachen für die überproportionalen Steigerungen bei den Hauptmietzinsen nennt Ritt folgendes: Nach Wohnungswechseln zahlten die neuen Mieter häufig deutlich mehr als die Vormieter - die größten Sprünge gebe es bei privaten Altbauwohnungen, die zu Kategoriebeträgen vermietet waren und wo nun der Richtwert plus ein hoher Lagezuschlag verrechnet würden. Zudem gebe es auch bei Verlängerungen von befristeten Mietverträgen häufig sprunghafte Erhöhungen.

Bei Betriebskosten von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern statistisch keine Unterschiede

Ein Vergleich der vier größten Städte Österreichs zeigt laut AK, dass es bei den Betriebskosten von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern statistisch keine Unterschiede gibt. In Wien, Graz und Linz liegen sie im Schnitt jeweils knapp unter 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat, in Salzburg knapp unter 2,70 Euro.

Bei den Gebühren für Wasser, Kanal und Müllabfuhr in Wien, Graz, Linz, Salzburg und auch in Hamburg und München zeige sich, dass es bei den Müllgebühren keine teureren oder günstigeren Städte gebe, ebenso wenig bei der Wasserversorgung (Wasserbezug und Kanal). Vielmehr gebe es bei der Wasserversorgung unterschiedliche Gebührenstrukturen, die größere oder kleinere Haushalte begünstigen. (APA)


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