Unwetter-Entwarnung in Südtirol, Hunderte Personen evakuiert

Die Bevölkerung wurde am Sonntag zu „äußerster Vorsicht" aufgerufen, die Häuser sollten „nur in dringenden Fällen" verlassen werden. Zu Schaden kam niemand. Teile der Gemeinden Neumarkt und Klausen mussten evakuiert werden.

Der Wasserpegel des Eisack in Klausen bereitet den Einsatzkräften Sorgen.
© Facebook/Freiwillige Feuerwehr Klausen

Bozen – In Südtirol ist nach den heftigen Regenfällen und Gewittern am Sonntag vorsichtige Entwarnung gegeben worden. Am Sonntagvormittag war die Voralarmstufe „BRAVO" ausgegeben worden – die Bevölkerung wurde zu „äußerster Vorsicht" aufgerufen, die Häuser sollen „nur in dringenden Fällen" verlassen werden.

Die Hauptflüsse im Land waren am Abend unter Kontrolle, es gab daher keine Überschwemmungsgefahr mehr. Überall im Land waren lokal Muren abgegangen und Bäche über die Ufer getreten.

📽 | Video: Murenabgang in Pflersch

Teile der Gemeinden Neumarkt und Klausen evakuiert

Neben Teilen der Gemeinde Neumarkt mussten am Abend auch Teile der Gemeinde Klausen evakuiert werden. Der Eisack trat über die Ufer, teilte das Land Südtirol Sonntagabend mit. Die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, öffentliche Straßen und Plätze zu verlassen und sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

📽️ Video | Eisack in Klausen über die Ufer getreten:

In Neumarkt wurden zuvor 320 Menschen aus der Gefahrenzone wegen eines drohenden Dammbruchs und Überflutungen geholt. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, unter anderem Wertgegenstände, Lebensmittel und Bekleidung in höher gelegene Stockwerke zu bringen, vor dem Verlassen des Gebäudes Fenster und Türen zu schließen sowie Strom und Gas abzuschalten. Die Turnhalle der Mittelschule kam als Unterkunft zum Einsatz.

📽 Video | Hochwasser in Neumarkt: 400 Personen evakuiert:

Zudem war in Klausen auch die Bahninfrastruktur betroffen: Die Brennerbahnlinie im Eisacktal wurde am Sonntagnachmittag gesperrt. Aufgrund der Überlastung der Autobahn gestalte sich die Organisation des Schienenersatzverkehrs schwierig, so die Verantwortlichen.

In der Nacht hat sich die Lage beruhigt und wird „von Minute zu Minute besser“, wie es aus dem Lagezentrum des Zivilschutzes laut einem Bericht auf dem Nachrichtenportal stol.it heißt. Im Laufe des Vormittags sollen die evakuierten Bewohner in Neumarkt und Klausen zurück in ihre Häuser dürfen. (TT.com)

⚠️ Straßensperren

Das Unwetter hatte auch Auswirkungen auf die Straßen. So mussten die Brennerstaatsstraße (SS 12) bei Atzwang, die Staatsstraße (SS 51) zwischen Toblach und Schluderach bei Landro und die Staatsstraße im Ahrntal (SS 621) bei Prettau am Sonntag für den Verkehr gesperrt werden.


Kommentieren


Schlagworte