120 Prostituierte verlieren Arbeitsplatz: Europas größtes Bordell "Pascha" ist insolvent

Rücklagen sind aufgrund der Corona-Krise aufgebraucht, auch ein sicherer Betrieb im nächsten Jahr ist nicht fix. Deshalb muss Europas größtes Bordell in Köln Insolvenz anmelden. Der Betreiber kritisiert die Politik.

Die Prostituierte "Hexengeige" steht bei einer Demonstration Ende August vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen in einem Eingang eines Wohnmobils. Der Bundesverband sexuelle Dienstleistungen demonstrierte hier für eine Öffnung der Bordelle.
© Rolf Vennenbernd

Köln – Das "Pascha" in Köln, Europas größtes Bordell, hat Insolvenz angemeldet. Ein Sprecher des Amtsgerichts Köln bestätigte am Donnerstag, dass der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens dort eingegangen sei. "Wir sind am Ende", sagte Geschäftsführer Armin Lobscheid dem Kölner Express. Wegen des andauernden Prostitutionsverbots während der Corona-Krise seien die Rücklagen aufgebraucht.

Die laufenden Kosten für das zehnstöckige Gebäude, in dem rund 60 Angestellte wie Masseure, Handwerker und Köche arbeiteten, seien zu hoch. Normalerweise arbeiten dort auch rund 120 Prostituierte, allerdings als Selbstständige.

Lobscheid kritisierte im Express, die Branche werde von der Politik hingehalten. "So können wir nicht planen. Wir hätten die Insolvenz mithilfe der Banken vielleicht abwenden können, wenn man uns zugesagt hätte, dass es Anfang nächsten Jahres wieder losgehen kann." Jeder in der Branche wisse, dass das Geschäft mit dem käuflichen Sex munter weitergehe – allerdings "in der Anonymität und vorbei am Finanzamt". (APA, dpa)


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