Auch Abonnenten brauchen VIP-Zugang: Alle Infos zum „Mulan“-Start auf Disney+

„Mulan“ hätte vermutlich sehr viele Menschen ins Kino gelockt. Eine spannende Geschichte, große Gefühle und beeindruckende Kampfkunst. Perfekt für die große Leinwand. Doch wegen Corona startet der Film um einige Nummern kleiner. Ab 4. September ist er auf Disney+ verfügbar – allerdings nicht als Teil des regulären Abos. Erst später kann man sich den Film kostenlos ansehen.

Yifei Liu als Mulan in einer Szene des Films. Die Neuauflage des Zeichentrickmärchens von 1998 sollte eigentlich im März in Österreich anlaufen – stattdessen wird die Premiere gestreamed.
© YouTube/Screenshot

Wien – „Mulan" war eigentlich die große Hoffnung vieler Kinos. Die Realverfilmung des beliebten Zeichentrickabenteuers hatte das Potenzial, viele Zuschauer in die Filmtheater zu locken und die Corona-bedingten Einnahmeausfälle wenigstens ein bisschen wettzumachen. Doch daraus wird nichts. Nachdem der März-Kinostart wegen Corona platzte, startet der Film nun am Freitag beim Streamingdienst Disney+.

Um den Film sehen zu können, sind allerdings zwei Dinge vorausgesetzt: Ein Abo bei Disney Plus – und ein eigener, kostenpflichtiger VIP-Zugang. „Mulan“ ist nämlich nicht im regulären Disney+-Abo enthalten, sondern muss für ein Extra-Entgelt von 21,99 Euro erst freigeschaltet werden. Erst ab 4. Dezember steht der Film allen Abonnenten ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung, wie Disney in seinem Help-Center mitteilt.

Laut dem Streaming-Dienst kann der VIP-Pass genutzt werden, solange das jeweilige Abo besteht. Kündigt man sein Abo, verliert man damit auch den Zugang zum Film. Entscheidet man sich später – also bis zum 4. Dezember – erneut für ein Abo, muss der Film wieder extra gekauft werden.

„Mulan“-Stream in 4K-Qualität

Aus Disneys Sicht ist die Vorgehensweise mit dem VIP-Zugang verständlich, hat die Pandemie dem US-Unterhaltungsriesen doch tiefrote Zahlen beschert. Für die Kinos aber ist es ein Schlag, auch weil viele befürchten, das direkte Streamen könnte Schule machen. Und auch für die Zuschauer ist es schade, dass sie den Film nur zu Hause auf dem deutlich kleineren Fernseher schauen können. Denn „Mulan" ist ein bildgewaltiges, opulentes Abenteuer, das problemlos die große Leinwand füllen würde.

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Wer den VIP-Pass kauft, bekommt jedenfalls eine herausragende Bild- und Tonqualität geboten: Der Film ist in 4K-Auflösung mit HDR10 und Dolby Vision erhältlich – und auch der 3D-Dolby-Atmos-Sound sorgt für ein Heimkino-Erlebnis. Allerdings muss man für die 4K-Auflösung auch das entsprechende TV-Gerät besitzen. Außerdem bezieht sich die genannte Audioqualität wohl auf die englische Originalfassung.

🎞️ Soviel kostet ein Disney+-Abo

➤ Wer den Film also vor dem 4. Dezember sehen will, braucht zusätzlich zum VIP-Pass um 21,99 Euro ein reguläres Disney+-Abo. Dieses kostet 6,99 monatlich. Wer sich für ein Jahresabo entscheidet, zahlt nur 69 Euro – und bekommt somit zwei Monate geschenkt.

Die Handlung der chinesischen Legende

Wie in der Vorlage von 1998 erzählt der Film die Geschichte eines mutigen, selbstbewussten Mädchens, inspiriert von einer mehr als 1500 Jahre alten chinesischen Legende. Hua Mulan will sich nicht in die traditionelle Rolle einfügen. Schminken, brav sein, hübsche Kleider tragen und möglichst bald heiraten – nicht so ihr Ding, will sie doch viel lieber reiten und kämpfen lernen.

Eines Tages ergreift sie ihre Chance. Der Kaiser verpflichtet jede Familie, einen Soldaten für die Armee zu stellen. Weil Mulans Vater gebrechlich ist, schlüpft sie in einer Nacht heimlich in Männerkleider und schleicht sich aus ihrem Elternhaus, um anstelle ihres Vaters für den Kaiser zu kämpfen. Ein aufregendes und auch sehr gefährliches Abenteuer beginnt.

Vielschichtige Neuinterpretation

Die Neuverfilmung des Animationsstreifens aus 1998 soll rund 200 Millionen Dollar gekostet haben, inszeniert von der Neuseeländerin Niki Caro. Das hohe Budget habe sie nicht eingeschüchtert, sagte die Regisseurin im März dem Onlinemagazin IndieWire. Bei jedem ihrer Filme, auch bei dem oscarnominierten „Whale Rider", sei ihre Vision immer weitaus größer gewesen, als das Geld, das ihr zur Verfügung stand. „Dass ich dieses Mal ein Budget hatte, das der epischen Vision in meinem Kopf entsprach, war einfach wirklich befriedigend."

📽️ Video | Trailer zu „Mulan“

In der Tat hat sich Disney nicht mit halben Sachen zufriedengegeben. Die Titelheldin spielt Yifei Liu, die schon mit den Martial-Arts-Größen Jackie Chan und Jet Li in „The Forbidden Kingdom" auftrat. Auch Jet Li selbst ist dabei, als Kaiser. In weiteren Rollen spielen unter anderem Donnie Yen („Rogue One: A Star Wars Story"), Gong Li („Die Geisha") und Jason Scott Lee („Balls of Fury").

Der Aufwand hat sich gelohnt. Auch wer den Zeichentrickfilm schon kennt, wird sich nicht langweilen, kommt die moderne Interpretation doch sehr vielschichtig daher. „Mulan" beeindruckt mit epischen Bildern und beeindruckend choreografierten Kampfkunstszenen. Die Geschichte dazu ist spannend, unterhaltsam, und auch die leisen Töne kommen nicht zu kurz. Die Heldin macht sich viele Gedanken über ihren Platz in der Welt. Ein zeitloses Thema, das Caro modern interpretiert und Frauen und Mädchen zu der Überlegung anstiftet: Warum immer den Männern den Vortritt lassen, wenn ich doch alles mindestens genauso gut kann?

Altersfreigabe ab 12

Für jüngere Kinder ist die Neuverfilmung eher nichts, auch wenn es viele lustige und ruhige Szenen gibt. Sie sind mit dem Animationsfilm aus dem Jahr 1998 vermutlich besser bedient, zumal die Neuauflage erst ab zwölf Jahren freigegeben ist. Für alle anderen gilt: Ein spannender Fernsehabend ist mit „Mulan" auf jeden Fall garantiert. Trotzdem sollte man sich den Film später unbedingt noch ein zweites Mal anschauen, nämlich dann, wenn er irgendwann doch auf der großen Leinwand im Kino laufen sollte. (dpa, TT.com)


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