Sicherer Schulstart trotz Corona: „Tirol ist gut für den Herbst vorbereitet"

In Tirol rückt der Schulstart am 14. September immer näher. Damit dieser trotz Coronavirus gelingen kann, wurde ein Maßnahmenbündel geschnürt. LH Platter sieht Tirol gut für den Herbst vorbereitet. In jeder Schule wird ein Krisenteam eingerichtet, Kinderbetreuung sei bei jeder Ampelfarbe garantiert.

LH Günther Platter, Bildungslandesrätin Beate Palfrader und Paul Gappmaier (Bildungsdirektor für Tirol) bei der Schulstart-PK.
© Land Tirol/Gratl

Innsbruck – Für rund 95.000 Tiroler Schüler, davon 8300 Erstklässler, und 10.500 Lehrer beginnt am 14. September das neue Schuljahr. Trotz Corona soll der Schulstart in Tirol sicher und in vollem Umfang über die Bühne gehen. Landesregierung und Bildungsdirektor präsentierten am Freitag ein Maßnahmenbündel auf Basis von Vorgaben des Bildungsministeriums. Der Unterricht werde im regulären Klassenverband stattfinden, die Schulen seien für schärfere Maßnahmen gewappnet. So wurden etwa Krisenteams in jeder Schule eingerichtet, und die Lehrer auf mögliches Distance-Learning vorbereitet.

„Normalen Schulalltag ermöglichen"

„Wir gehen gut vorbereitet in den Herbst", zeigte sich Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) bei einer Pressekonferenz im Innsbrucker Landhaus optimistisch. „Unser Ziel ist es, einen normalen Schulalltag zu ermöglichen. Uns allen ist klar, dass zum jetzigen Zeitpunkt die dynamische Entwicklung der Coronavirus-Situation nicht absehbar ist. Deshalb gilt es weiterhin, mit entsprechenden Hygieneregeln für die Schulen die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten“, erklärte Platter

Der Schulstart sei zwar eine große Herausforderung für alle Beteiligten, dennoch „ist ein Unterricht im regulären Klassenverband oder Kleingruppen geplant". Eine Rückkehr zur Normalität erfordere jedenfalls eine umsichtige Planung und vorsichtige Umsetzung aller Maßnahmen, gab Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) zu bedenken.

📽️ Video | Platter und Palfrader zum Schulstart in Tirol

Paul Gappmaier, Bildungsdirektor für Tirol, appellierte an die Eltern, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken, sollten diese Symptome wie Fieber oder Geschmacksverlust aufweisen. Zudem sollen, so Palfrader, Erziehungsberechtigte und Lehrpersonal mit gutem Beispiel vorangehen.

Die 95.000 Schüler, davon 8300 Erstklässler und 10.500 Lehrer, müssten, so Palfrader, für geltende Hygienemaßnahmen sensibilisiert werden. Für einheitliche Kommunikation und schnelle, transparente Entscheidungen sei ein Krisenteam in jeder Schule eingerichtet worden. „So ermöglichen wir einen geregelten Informationsfluss und ein enges Zusammenspiel aller Beteiligten", erklärte die Bildungslandesrätin.

In den Tiroler Schulen sollen unter anderem folgende Regeln gelten:

  • Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren der Hände
  • Abstand halten
  • Regelmäßiges Lüften der Schulräume, auch während des Unterrichts
  • Mund-Nasen-Schutz (MNS) ab Corona-Ampelphase „Gelb“

Kinderbetreuung bei jeder Ampelfarbe garantiert

„Wir können zudem garantieren, dass eine Kinderbetreuung immer möglich sein wird. Beruf und Familie soll vereinbar sein, und zwar bei jeder Ampelfarbe und nicht nur für systemerhaltende Berufe", richtete die Landesrätin sich an Eltern und Erziehungsberechtigte.

Die Corona-Ampel sahen die Landesvertreter im Schulkontext grundsätzlich positiv. Bildungsdirektor Gappmaier begrüßte die Ampelregelung: „Eine klare Definition des Risikos hilft uns bei der Umsetzung der festgelegten Regeln und gibt Planungssicherheit". Schulschließungen sollen vermieden werden, die Bildungsdirektion treffe allerdings keine Entscheidung ohne Absprache mit den Gesundheitsbehörden.

Eine Ampelschaltung von Normalbetrieb auf Gelb, wie derzeit im Bezirk Kufstein der Fall, würde laut Palfrader dazu führen, dass der Mund-Nasen-Schutz zwar im Schulgebäude getragen werden muss, während des Unterrichts aber nicht. „Ein ganztägiges Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist zu vermeiden, dies würde zu einer Erschwernis beim Lernen und Lehren führen", so die Landesrätin.

Ferner hätte eine gelbe Ampel auch Auswirkungen auf den Sport- und Musikunterricht: Singen und Sport treiben solle man, wenn möglich, im Freien oder Mund-Nasen-Schutz. Bei Ampelfarbe Orange oder Rot würden die Maßnahmen dann noch einmal verschärft. Höhere Schulen könnten dann auch angehalten werden, vermehrt auf Distance-Learning umzustellen. Dafür seien die Schulen jedoch laut Palfrader gut vorbereitet: „Distance-Learning ist überall möglich, wenn nötig".

„Zusätzlich zum Regelunterricht wollen wir Schülen mit Lernrückständen – speziell im Pflichtschulbereich – oder solche mit einer anderen Muttersprache als Deutsch gezielt fördern. Dabei wird die Schulpsychologie und die Schulsozialarbeit den Bildungsprozess überall dort unterstützen, wo mit pädagogischen Mitteln kein Auslangen gefunden wird“, kündigte die Bildungslandesrätin an.

Zudem richtete sie auch einen Appell an die Schulen im Großraum Innsbruck, den Unterrichtsbeginn an den Oberstufen, Berufs- und Polytechnischen Schulen zu entzerren und auf die zweite Unterrichtseinheit zu verlegen: „Das wäre eine weitere Hygienemaßnahme zur Entlastung des morgendlichen Öffentlichen Personenverkehrs, um eine Überfüllung der Verkehrsmittel zu verhindern und somit einen Beitrag zur Verminderung der Ansteckungsgefahr zu leisten.“

Bildungsdirektion richtet wieder Hotline ein

Bildungsdirektor Paul Gappmaier verwies auf die Einrichtung einer Hotline für Bildungsanfragen im Zusammenhang mit pädagogischen und organisatorischen Maßnahmen. „Ab sofort steht unsere Hotline unter der Nummer 0800 100 360 für Fragen und Informationen im Zusammenhang mit Corona im Schulwesen zur Verfügung und richtet sich an alle Betroffenen – von Schülerinnen und Schülern über Eltern und Erziehungsberechtigte bis zu Lehrpersonen.“

Die kostenlose Hotline ist von Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 18 Uhr und am Freitag von 7.30 bis 14 Uhr erreichbar. „Zudem gibt es Informationen auch auf der Homepage der Bildungsdirektion für Tirol unter bildung-tirol.gv.at“, gab der Bildungsdirektor bekannt. (TT.com, APA)


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