2:1 in Oslo: ÖFB gelang ein Auftakt nach Maß

Zum Start der UEFA Nations League feierte Österreich gestern in Oslo einen 2:1-Erfolg gegen Norwegen. Die Tore für den ÖFB erzielten Michi Gregoritsch und Marcel Sabitzer. Am Montag trifft man auf Rumänien.

Karim Onisiwo, Marcel Sabitzer und Co. durften über einen Sieg in Oslo jubeln.
© GEPA pictures/ Philipp Brem

Von Tobias Waidhofer

Oslo – Wer hat Angst vor Erling Haaland? Die ÖFB-Defensive offensichtlich nicht. Staubtrocken wurde der BVB-Star gestern in Halbzeit eins vom Triumvirat Hinteregger-Ilsanker-Posch an die Kette genommen. Kein einziger Torschuss gelang der hochgelobten Offensive der Norweger in den ersten 45 Minuten. Das lag auch am Spiel gegen den Ball, bei dem die Foda-Truppe von Beginn an Disziplin und Lauffreude an den Tag legte.

📽️ Video | ÖFB-Team siegt gegen Norwegen

Und auch wenn in der ersten halben Stunde offensiv wenig herausschauen wollte – Abschlüsse von Gregoritsch (2.), Ulmer (21.) und Sabitzer (27.) blieben ungefährlich – konnte Teamchef Franco Foda nach 290 Tagen Pause und vielen Ausfällen (Arnautovic, Alaba, Laimer, …) durchaus zufrieden sein. Der Lohn für den ordentlichen Auftritt folgte in Minute 35: Mit aggressivem Pressing hatte sich Xaver Schlager den Ball erkämpft, Andreas Ulmer in der Folge ideal geflankt, bevor Michael Gregoritsch im Zentrum stark abschloss. Der Augsburger war einer derjenigen, die ihre Chance in Abwesenheit zahlreicher Konkurrenten zu nutzen wussten. Dazu muss auch Debütant Christoph Baumgartner gezählt werden, der auf der linken Seite mit Technik und Dynamik gefiel. Und daheim in der Steiermark wird der Treffer vom Filius auch Vater Werner Gregoritsch, der sich aktuell von einem kleinen Herzinfarkt erholt, gut getan haben.

Einen kleine Wermutstropfen gab‘s dann in Minute 40, als der verletzte Kapitän Martin Hinteregger vom Feld humpelte und durch Aleksandar Dragovic ersetzt werden musste. Die Norweger rund um Superstar Haaland schritten mit einem 0:1-Pausenstand sichtlich enttäuscht vom Rasen.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit war Österreich gegen die seit neun Spielen ungeschlagenen Norweger die bessere Mannschaft. Auch wenn die großen Chancen – wie schon in Durchgang eins – Mangelware blieben.

Aber nur bis zur 53. Minute: Nach einer Freistoßvariante der Österreicher kam das Leder zu Karim Onisiwo, dessen Hereingabe an die Hand eines norwegischen Abwehrspielers prallte. Die Verantwortung vom Elfmeterpunkt übernahm dann der „Interimskapitän“: Und viel besser als Marcel Sabitzer in der 54. Minute kann man einen Elfmeter kaum schießen. Doch die Österreicher ruhten sich in der Folge ein bisschen auf dem Zwei-Tore-Polster aus, und wer sonst sollte das bestrafen, als Erling Haaland. Nach Vorlage des gerade erst eingewechselten Alexander Sörloths erzielte der Ex-Salzburger seinen ersten Länderspieltreffer zum 1:2-Anschluss (66.).

Fußball-Nations-League - Liga B, Gruppe 1, 1. Runde:

Norwegen - Österreich 1:2 (0:1)

Oslo, Ullevaal Stadion, keine Zuschauer (wegen Coronavirus), SR Gestranius (FIN).

Tore: 0:1 (35.) Gregoritsch, 0:2 (54.) Sabitzer (Hand-Elfmeter) bzw. 1:2 (66.) Haaland

Norwegen: Jarstein - Elabdellaoui, Reginiussen, Ajer, Aleesami - Johansen (67. Henriksen), Berge, Normann, Thorsby (61. Linnes) - King (64. Sörloth), Haaland

Österreich: A. Schlager - Lainer, Posch, Hinteregger (40. Dragovic), Ulmer - Ilsanker, X. Schlager - Onisiwo (86. Baumgartlinger), Sabitzer, Baumgartner - Gregoritsch (79. Grbic)

Gelbe Karten: Normann, Linnes, Sörloth, Haaland bzw. Lainer, Dragovic

Auf der anderen Seite wäre nach Sabitzer-Flanke beinahe Debütant Baumgartner per Kopf das 1:3 gelungen (69.). Nur wenig später parierte Rune Jarstein nach einem Solo des Hoffenheimers richtig stark (72.).

Zehn Minuten vor Schluss kam dann auch der zweite Neuling, Frankreich-Legionär Adrian Grbic, zu seinem Debüt. Doch vorerst hatte die ÖFB-Elf Glück, dass Sander Berge in den Minuten 83 und 87 zwei große Ausgleichschancen ausließ. Um 22.36 Uhr war dann der erste Sieg in Norwegen seit 41 Jahren perfekt. „Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sprach Baumgartner von einem „verdienten Sieg.“


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