Aschbacher erwartet steigende Arbeitslosigkeit ab Herbst

Knapp 410.000 Menschen in Österreich sind aktuell ohne Job, rund 400.000 noch in Kurzarbeit. In der ersten Septemberwoche kamen rund 14.000 Menschen wieder in Beschäftigung.

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Wien – Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sind in der ersten Septemberwoche weiter zurückgegangen. Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) rechnet aber trotz dieses Trends mit leicht steigenden Arbeitslosenzahlen in den kommenden Wochen. Wegen der Corona-Pandemie, die eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst habe, und saisonaler Effekte "stehen wir in diesem Ausnahmejahr vor einem herausfordernden Herbst".

Die hohen Arbeitslosenzahlen aufgrund der Coronakrise sinken nur langsam, auch im Vergleich zum Rückgang bei der Kurzarbeit. Gegenüber der Vorwoche gebe es rund 14.000 Arbeitslose und 52.769 Kurzarbeiter weniger, teilte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Dienstag mit. Derzeit sind 409.231 Personen beim AMS gemeldet, davon sind 357.184 arbeitslos und 52.047 in Schulungen.

📽️ Video | Susanne Schnabl (ORF) über die Aussichten am Arbeitsmarkt

Gegenüber dem Höchststand der Krise von Mitte April sei die Zahl der Arbeitslosen um 180.000 gesunken. Damals waren rund 588.000 Menschen ohne Job und über 1,3 Millionen zur Kurzarbeit angemeldet.

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Seit einem halben Jahr haben die Auswirkungen der Coronapandemie den heimischen Arbeitsmarkt fest im Griff. Seit dem historischen Arbeitslosenrekord Mitte April mit 588.000 Personen ohne Job gehen die Arbeitslosenzahlen wieder zurück. Zum Höhepunkt der Krise waren zusätzlich mehr als 1,3 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Hier geht die Normalisierung schneller. Laut Arbeitsministerium sind aktuell 399.730 Personen in Kurzarbeit. Die Corona-Kurzarbeit kostete dem Staat bisher 4,6 Milliarden Euro.

Aschbacher rechnet in den nächsten Wochen mit saisonalen Effekten am Arbeitsmarkt. Trotz eines erfreulichen Trends "stehen wir in diesem Ausnahmejahr vor einem herausfordernden Herbst", so die Ministerin, die im Herbst und Winter steigende Arbeitslosenzahlen erwartet.

Wir tun alles, damit die Betriebe wieder auf Normalbetrieb umstellen können,.
Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP)

Wo es sich derzeit noch spießt, ist die zweite Phase des Fixkostenzuschusses für Unternehmen, die infolge der Coronakrise Umsatzausfälle zu beklagen haben. Die Bewilligung durch die EU steht noch aus. "Das ist gescheitert am Okay der Europäischen Kommission - ich verstehe das nicht", beklagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) in dem Pressegespräch.

"Ich hoffe, dass die Kommission ihre Meinung bald ändert." Denn es sei evident, dass "wir uns in einer Weltwirtschaftskrise befinden". Der Minister hofft auf baldiges grünes Licht aus Brüssel: "Ich kann mir nur eine Zustimmung vorstellen und ich hoffe, sie kommt so schnell wie möglich." (APA)


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