Hörl gegen „Zwangsbeglückung“ beim Plastikmüll

Der Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordnete nimmt beim Thema Plastikmüll die Stadt Wien ins Visier und ortet Müll-„Schlawiner“. Tirol gehöre beim Recycling bereits zu den Spitzenreitern.

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Innsbruck – Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) bekommt mit ihrem vorgestellten Drei-Punkte-Plan gegen Plastikmüll scharfen Gegenwind vom ÖVP-Wirtschaftsflügel in Tirol. Man brauche keine „zentralgesteuerte Zwangsbeglückung, sondern föderale Lösungen, die gemeinsam zum Ziel führen“, richtete ÖVP-Abg. und Tiroler Wirtschaftskammer-Vizechef Franz Hörl der Ministerin aus.

„Ein bundesweites System ist der komplett falsche Ansatz. Jene Bundesländer, die ihre Quoten längst über dem mit 90 Prozent definierten EU-Ziel für 2029 haben, brauchen keine Experimente. Tirol gehört mit einer Recyclingquote von 96 Prozent bereits zu den Spitzenreitern“, betonte Hörl. Der Zillertaler Hotelier nahm gleichzeitig die Verantwortlichen in der Bundeshauptstadt ins Visier. Dort herrsche nämlich beim Thema Recycling „Steinzeit“, so der ÖVP-Nationalrat, der beim Müll in den Wienern „echte Schlawiner“ ausmachte.

Wien bereichere sich mit „bewusst schlechtem Trennen“ beim Müll gleich drei Mal, anstatt einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. „Erstens über höhere Müllgebühren – die Wiener zahlen hier mehr, weil ein Großteil des Plastik im kostenpflichtigen Restmüll landet. Zweitens über eine Sondervereinbarung mit der ARA, welche Wien mit Millionenzahlungen dafür belohnt, dass sie der ARA den Aufwand zum Trennen erspart. Und drittens über Erlöse bei der Müllverbrennung, die durch den höheren Anteil an brennbarem Plastik erzielt werden“, ließ Hörl kein gutes Haar an den Hauptstädtern und sprach von „schmutzigen Tricks“.

„Das sollten wir ihnen nicht durchgehen lassen, schon gar nicht, wenn wegen derartiger Praktiken ganz Österreich mit einem unnötigen Pfandsystem zwangsbeglückt werden soll“, meinte der ÖVP-Politiker in einer Aussendung. (APA)


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