Franzose wollte eigenen Tod aus Protest live übertragen: Nun im Spital

Alain Cocq wollte seinem Leben ein Ende setzen und dies live im Internet übertragen – aus Protest gegen das Sterbehilfe-Verbot. Er war in den Hungerstreik getreten, hat nun aber eine Palliativversorgung akzeptiert.

Der 57-Jährige leidet an einer seltenen Krankheit, durch die die Arterienwände verkleben.
© PHILIPPE DESMAZES

Dijon – Weil er keine Sterbehilfe erhält, war ein unheilbar kranker Franzose in den Hungerstreik getreten – doch nun hat der 57-jährige Alain Cocq eine Palliativversorgung akzeptiert. Dies teilte am Dienstagabend seine juristische Vertreterin Sophie Medjeberg der Nachrichtenagentur AFP mit.

Ursprünglich hatte sie befürchtet, dass Cocq gegen seinen Willen am Montagabend bei einem Notfall-Einsatz in die Universitätsklinik von Dijon eingeliefert worden war. Inzwischen habe ihr der 57-Jährige aber versichert, dass er selbst um palliative Versorgung gebeten habe.

Alain Cocq in seiner Wohnung.
© PHILIPPE DESMAZES

Facebook blockierte Zugang für Liveübertragung

Der unheilbar Kranke hatte am Wochenende die Aufnahme von Nahrung und Wasser eingestellt, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Seitdem hatte sich sein Zustand nach Angaben aus seinem Umfeld deutlich verschlechtert.

Cocq leidet seit mehr als 30 Jahren unter einer sehr schmerzhaften Arterien-Erkrankung. Er kämpfte seit Jahren um Sterbehilfe und bat zuletzt auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, sich von einem Arzt eine tödliche Barbituratdosis verabreichen lassen zu dürfen. Der Präsident verwies in einem Brief an Cocq aber auf das Verbot aktiver Sterbehilfe in Frankreich.

Aus Protest wollte Cocq sein Sterben ursprünglich per Video im Internet übertragen. Facebook blockierte aber den Zugang. (APA/AFP)


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