Flüchtlingslager Moria: Athen bringt unbegleitete Minderjährige zum Festland

Nach dem Großbrand im Lager Moria auf Lesbos werden 406 unbegleitete Minderjährige an Bord von drei Flugzeugen aufs griechische Festland gebracht. Auch eine Fähre mit Platz für hunderte Menschen wurde zur Insel entsandt.

Nach einem Großbrand im Flüchtlingslager Moria sind Tausende Menschen ohne Obdach.
© LOUISA GOULIAMAKI

Athen – Nach der Brandkatastrophe im Flüchtlingslager Moria will Griechenland noch am Donnerstag Familien und besonders bedürftigen Menschen eine neue Unterkunft beschaffen. Eine Fähre mit Platz für hunderte Menschen wurde zur Insel Lesbos entsandt, teilte das Migrationsministerium am Donnerstag in Athen mit. Zwei griechische Marine-Schiffe sollen demnach zusätzliche Schlafmöglichkeiten bieten.

Auch drei Flugzeuge wurden den Angaben zufolge nach Lesbos geschickt, um 406 unbegleitete Minderjährige aufs Festland zu bringen. Sie wurden zuvor auf das neuartige Corona-Virus getestet.

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EU-Vize-Kommissionspräsident Margaritis Schinas wird am Donnerstag auf Lesbos erwartet. Dort war das völlig überfüllte und schon seit Jahren als unmenschlich kritisierte Flüchtlingslager Moria am Dienstagabend durch einen Großbrand in weiten Teilen zerstört worden. Durch ein zweites Feuer am Mittwochabend verbrannte dann der verbleibende Teil des Lagers fast vollständig, wie das Ministerium mitteilte.

13.000 Menschen obdachlos

Ernsthaft verletzt wurde durch die Brände niemand, fast 13.000 Menschen wurden aber obdachlos und mussten auf der Insel auf Straßen oder einfach im Gelände schlafen.

Migrationsminister Notis Mitarachi hatte am Mittwoch gesagt, die Feuer seien ausgebrochen, "als die Asylbewerber gegen die verhängte Quarantäne protestierten". Wenige Stunden zuvor hatte das Ministerium mitgeteilt, dass 35 Lagerbewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden seien.

Tausende Menschen verbrachten die erste Nacht nach dem Großbrand auf den Straßen rund um das Lager Moria. Die Polizei stoppte unter Einsatz von Tränengas einige jugendliche Migranten, die versuchten, in die Hauptstadt der Insel zu kommen, wie das Staatsfernsehen berichtete. Zuvor hatten einige Migranten die Polizei mit Steinen angegriffen.

Großbrand im Flüchtlingslager Moria

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Angst vor unkontrollierbarem Corona-Ausbruch

Zu groß ist die Angst eines unkontrollierbaren Ausbruchs der Corona-Epidemie. 35 Migranten waren positiv auf das Virus getestet worden. Sie sind im Gefolge des Großbrandes untergetaucht und könnten Tausende andere Menschen anstecken. Die Polizei habe nur acht von ihnen aufgreifen können, teilte die Regierung mit. (APA/AFP/dpa)


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