WSG Tirol und Wacker Innsbruck setzen auf frischen Wind

Die Bundesliga schaltet wieder auf Grün – sowohl in Liga eins als auch Liga zwei erfolgt morgen der Auftakt. Die WSG Tirol und der FC Wacker Innsbruck bewegen sich zwischen Abstiegskampf und Aufstiegsgelüsten.

Pausierte gestern verkühlt, soll aber weiterhin Taktgeber im Mittelfeld sein – WSG-Routinier Thanos Petsos (r.).
© GEPA pictures/ Amir Beganovic

Von Alex Gruber

Wattens – Die WSG Tirol will mit vielen jungen neue­n Spielern (Ozegovic/Tor, Behounek, Anselm, Celic, Schneg­g, Rogelj, Frederiksen ...) die zweite Chance in der Bundesliga nach dem Konkurs des SV Mattersburg nützen. Gestern wurde in der Geschäftsstelle auch ein Gläschen gehoben, zumal die Präsidentin Diana Langes ihren Geburtstag in der grün-weißen Kommandozentrale feierte.

Mit neuem Elan geht es hinein in die zweite Saison im heimischen Oberhaus. Und da beschert die Corona-­Ampel allen Clubs auch jede Menge Arbeit, die die mögliche Auslastung bei den Heimspielen betrifft. „Steht die Ampel auf Grün, dürfen wir maximal 4000 Zuschauer begrüßen“, meldete sich Julia­n Heis aus der Geschäftsstelle. Zum Vergleich darf Serienmeister Salzburg, der nach sieben Titeln in Serie klarerweise wieder als großer Favorit genannt wird, im Idealfall 10.000 Menschen begrüßen. Das Schachbrettmuster mit den dafür nötigen Abständen zieht in alle heimischen Stadien ein. Hauptsache, die Fans dürfen wieder rein.

Ungeachtet der Champions-­League-Qualifikation stehen hinter Ligakrösus Salzburg Rapid und der WAC in dieser Saison schon fix im internationalen Geschäft. Im Worst Case stehen alle drei „nur“ in der Europa-League Gruppenphase. Der LASK und Sensationsgast Hartberg kämpfen noch um einen Verbleib im Europacup, der zusätzliche Euros garantiert. An der sportlichen Ausgangslage, da sind sich (fast) alle Trainer einig, wird das freilich nicht viel ändern.

WSG-Cheftrainer Thomas Silberberger weist die heimische Bundesliga als Vierklassengesellschaft aus. Hinter Salzburg, das in einer eigenen Liga agiert, nennt er Rapid, LASK und den WAC als potenzielle Verfolger, die Austria und Sturm hätten auf Stufe drei noch einen Tick mehr als der Rest des Feldes, in dem sich auch die Tiroler befinden.

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„Es wird ähnlich wie im letzten Jahr. Nur Red Bull ist außer Reichweite. Spannend wird, was beispielsweise mit Hartberg passiert. Und ich geh­e davon aus, dass sich auch in dieser Saison nach dem Grunddurchgang ein vermeintlich Großer in der Abstiegsrunde befindet“, blickt der Wörgler in die Glaskugel. In erster Linie freut sich der 47-Jährige vor dem Auftaktspiel bei Aufsteiger Ried (Sonntag) über den frischen Wind, der in den eigenen Reihen weht: „Wir haben viele Optionen. Das ist viel angenehmer als in der letzten Saison.“ Da setzte die WSG im Abstiegskampf auf Routine, ehe man am sommerlichen Transfermarkt im Jungbrunnen fischte. „Die jungen Spieler sind hungriger, brennen darauf, was zu erreichen, und gehen durchs Feuer“, setzt Silberberger auf neugewonnene Dynamik. Das ändert nichts daran, dass Routiniers wie Zlatko Dedic, Fabian Koch oder Thanos Petsos von unschätzbarem Wert sind.

Hörtnagl schiebt die Favoritenrolle nach Klagenfurt

Es war ein Kraftakt, eine Sensation und ein Sieg für den österreichischen Fußball, dass die letzte Saison der 2. Liga in der Corona-­Krise doch noch am Rasen fertiggespielt wurde. Und am End­e stand Austria Klagenfurt, das zwischenzeitlich schon an Ried vorbeigezogen war, trotz großer Investitionen als starker Zweiter irgendwie mit leeren Händen da.

Einer jener Neuen, die für Schwung im Wacker-Spiel sorgen sollen – Fabio Viteritti.
© GEPA pictures/ Manfred Hassl

Ein Blick auf die Kader genügt, um den Kärntnern vor dem Beginn der neuen Saison Klasse zu attestieren. Mit Thorsten Mahrer (Mattersburg) oder Markus Pink (zuvor Admira, Sturm/Mattersburg) wurden Bundesliga-erfahrene Kräfte verpflichtet. Und im Hintergrund spannt Manfred Linzmaier als neuer Austria-Chefscout sein weltweites Netzwerk auf. Wenn man mit einem Tiroler Augenzwinkern so will, fechten mit dem „Linzi“ und Wackers Sport-Geschäftsführer Alfred „Ali“ Hörtnagl zwei legendär­e Innsbrucker Sechser den Kampf um den Titel aus.

„Sie sind überall sehr gut besetzt und haben ausgerufen, die Nummer eins zu sein und aufzusteigen. Sie haben eine super Saison gespielt und sind der Favorit“, reicht Hörtnagl den Druck nach Klagenfurt weiter. Dass der FC Wacker mit neuem Investor gleich in der ersten Saison unter dem neuen Cheftrainer (Daniel Bierofka) aufsteigen müsse, verneint der Wipptaler: „Für uns geht es jetzt einmal in erster Linie darum, uns in neuer Konstellation als Mannschaft zu finden und stabil in die neue Saison hineinzustarten. Wir müssen gemeinsam abliefern.“

Die Führungsaufgaben verteilen sich zwischen der neuen Nummer eins Marco Knaller und Liga-Torschützenkönig Ronivaldo; Rückkehrer Florian Jamnig, der neue Flügel Fabio Viteritti oder die beiden Innenverteidiger Markus Wostry und Dario Grujci­c sind ebenso gefordert. Und Wackers „next generation“ um Raphael Gallé, die Langzeit-Arbeitsbiene Lukas Hupfauf, der wohl Kapitän bleibt, sowie viele weitere schwarzgrüne Juwele (Köchl, Kofler, Martic ...) soll im Kader den nächsten Schritt machen. Bei Bedarf könnte man am Transfermarkt immer noch nachjustieren.

Die Nord bleibt für den treue­n Anhang in Corona-Zeiten gesperrt, der FCW wird bei den Heimspielen die West- (VIP), Ost- und Südtribüne öffnen, von der die Klänge erschallen sollen. Wie bei der WSG Tirol werden, sofern die Corona-Ampel in Innsbruck auf Grün steht, maximal 4000 Fans im Tivolistadion zugelassen.

Was die Konkurrenz betrifft, rechnet Hörtnagl auch mit einem Überraschungsgast an der Spitze. Die Austria aus Lustenau, die eine Kooperatio­n mit einem französischen Zweitligisten (Clermont Foot) pflegt, sei nie zu unterschätzen: „Die zweite Lig­a wird unterschätzt. Neben Qualität ist auch großer Wille gefragt.“ Den signalisiert Daniel Bierofka, der langjährige Löwe der Münchner 60er.


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