Möglicherweise Sekundenschlaf: Flixbus auf deutscher A24 verunglückt

Viele der Insassen, die vorsorglich in Krankenhäuser gebracht wurden, seien unverletzt, sagte ein Flixbus-Sprecher. Die Polizei sprach von 28 Leicht- und drei Schwerverletzten. Der Bus war zwischen Prag und Hamburg unterwegs, als sich der Unfall nördlich von Ludwigslust ereignete.

Die Unfallursache wird noch ermittelt, möglicherweise handele es sich um Sekundenschlaf des Fahrers, sagte ein Polizeisprecher.
© APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Wöbbelin – Der Alarm lässt Schlimmes befürchten: Ein Bus mit gut 30 Insassen ist verunglückt. Auf der Autobahn 24 nahe Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern kommt der Bus am frühen Samstagmorgen von der Fahrbahn ab, kippt um und bleibt im Graben auf der rechten Seite liegen. Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei eilen herbei, ein Hubschrauber landet. Die Polizei berichtet, 31 Menschen seien verletzt worden, 3 von ihnen schwer. Die Zahl sei deutlich niedriger, sagte dagegen ein Sprecher des Unternehmens Flixbus der Deutschen Presse-Agentur. Viele, die vorsorglich in Krankenhäuser gebracht wurden, seien unverletzt wieder entlassen worden.

Die Polizei sprach von 28 Leicht- und 3 Schwerverletzten. Flixbus bestätigte zunächst drei Verletzte. Alle aus dem Bus, laut Flixbus 30 Fahrgäste und zwei Fahrer, seien vorsorglich in Krankenhäuser gekommen. Bis zum frühen Nachmittag seien 18 Personen bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden und hätten ihre Reise nach Hamburg fortgesetzt, gab Flixbus an. „Wir können bestätigen, dass die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten wurden“, betonte Sprecher Sebastian Meyer.

Fahrer vermutlich eingeschlafen

Der Bus war zwischen Prag und Hamburg unterwegs, als sich der Unfall nördlich von Ludwigslust ereignete. Die Ursache blieb zunächst ungewiss. Möglicherweise handele es sich um Sekundenschlaf des Fahrers, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. „Die Ermittlungen laufen.“ Von Sekundenschlaf ist die Rede, wenn jemand unvermittelt kurz einnickt. Die Autobahn musste in Richtung Hamburg stundenlang gesperrt werden.

Drei Menschen haben schwere Verletzungen erlitten, schwebten aber nicht in Lebensgefahr.
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Nach Angaben des Polizeisprechers herrschten zum Unfallzeitpunkt normale Witterungsverhältnisse. Die drei Schwerverletzten seien nicht in Lebensgefahr, die Verletzungen auch nicht so gravierend. Ein Rettungshubschrauber landete am Unfallort, musste aber niemanden mitnehmen.

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Der 47 Jahre alte tschechische Fahrer kam laut Polizei um 5.45 Uhr mit dem Doppelstockbus nach rechts von der Fahrbahn ab; der Bus kippte um. Mit ihm fuhren laut Polizei deutsche, tschechische, rumänische, türkische, albanische, britische, indische, ägyptische und chinesische Staatsangehörige. Kinder seien nicht dabei gewesen.

Unfälle mit Reisebussen sind selten

40 Rettungskräfte und sechs Feuerwehren mit 68 Einsatzkräften waren der Polizei zufolge an den Unfallort geeilt. Die Autobahn wurde nach dem Unfall zwischen den Anschlussstellen Wöbbelin und Hagenow in Fahrtrichtung Hamburg bis weit in den Nachmittag hinein voll gesperrt. Zur Höhe des Sachschadens gab es zunächst keine Angaben.

Busunfälle sorgen öfter für Aufsehen, sind aber relativ selten. Im Mai 2019 war ein Fernbus nahe Leipzig verunglückt. Eine Frau starb, neun Menschen, darunter der Busfahrer, wurden schwer verletzt. Ermittlungen ergaben, dass der Fahrer wegen eines „medizinischen Problems“ sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle hatte. Im Juni 2019 wurden sieben Menschen verletzt, als ein Flixbus auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe auf einen Lastwagen auffuhr, der plötzlich die Spur wechselte.

Ein knappes Jahr zuvor waren nahe Rostock 22 Menschen verletzt worden. Ihr Bus war von der Fahrbahn abgekommen und in einem Graben umgekippt. Trotz solcher Unfälle zählen Fernbusse zu den sichersten Verkehrsmitteln. „Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist deutlich geringer, als wenn Sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind“, heißt es beim ADAC. Laut Statistischem Bundesamt sind Busse nur in knapp einem Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert. (dpa)

Feuerwehrleute stehen an der Autobahn A24 neben dem verunglückten Fernbus.
© APA/dpa/Ralf Drefin

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