Silberberger nach 2:3 in Ried: „An unserer Blödheit gescheitert"

Bis zur 97. Minute deutete in Ried alles auf eine Punkteteilung hin, ehe dem Aufsteiger der Lucky Punch zum 3:2-Sieg gegen die WSG Tirol gelang. Besonders bitter: Der entscheidende Treffer fiel aus einer klaren Abseitssituation. Salzburg besiegte den WAC, St. Pölten - Sturm endete torlos.

Während Ried jubeln durfte, waren die WSG-Kicker nach dem Schlusspfiff bedient.
© EXPA/ROLAND HACKL

Ried - Die WSG Tirol startete am Sonntag mit einer bitteren 2:3-Niederlage gegen die SV Ried in die neue Bundesliga-Saison. Dabei verpasste die Silberberger-Elf nach zweimaliger Führung erst kurz vor Schluss einen Punktgewinn.

🎥 Videobeitrag: Ried besiegt WSG Tirol spät

Die rundum erneuerte und vor allem stark verjüngte Tiroler Mannschaft ging durch einen von Sturm-Routinier Zlatko Dedic verwandelten Handelfmeter früh in Führung (4.). Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Marco Grüll (19.) - Strafstoß nach Foul von Yeboah - trudelte ein doppelt abgefälschter Schuss von Rückkehrer David Schnegg zum 2:1 in die Rieder Maschen (30.). Ein erneuter Foul-Elfmeter - diesmal ging der eingewechselte Florian Buchacher im Zweikampf zu ungestüm zur Sache - bescherte den Oberösterreichern kurz vor Schluss (82.) den Ausgleich durch Julian Wießmeier.

Abseitstor in der 97. Minute entscheidet Partie

Als die 2650 Zuschauer in der Josko-Arena schon mit einem Remis rechneten, gelang Valentin Grubeck der Lucky Punch (97.). Der Rieder stand bei seinem Siegtor allerdings klar im Abseits - das Tor hätte nicht zählen dürfen.

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⚽ tipico Bundesliga, 1. Spieltag

  • SV Ried - WSG Swarovski Tirol 3:2 (1:2)

Tore: Grüll (19./Elfm.), Wießmeier (82./Elfm.), Grubeck (97.) bzw. Dedic (4./Elfm.), Schnegg (30.)

  • SKN St. Pölten - Sturm Graz 0:0
  • WAC - Red Bull Salzburg 1:3 (0:2)

Tore: Vizinger (93.) bzw. Peretz (21./Eigentor), Daka (27.), Koita (82.)

Rote Karte: Lochoshvili (16./WAC)

Bereits gespielt:

SK Rapid Wien - FC Admira 4:1 (2:0)

Tore: Murg (4.), Fountas (43., 73.), Kitagawa (90.) bzw. Hausjell (80.)

LASK - FK Austria Wien 1:0 (1:0)

Tor: Gruber (43.)

SCR Altach - TSV Hartberg 1:1 (1:0)

Tore: Nussbaumer (38.) bzw. Tadic (54.)

Zum Spielverlauf: Ried überließ den Tirolern zu Beginn mit einem kompakten Defensivblock das Terrain, die verjüngten Wattener nutzten das aus und marschierten forsch nach vorne. Die erste Chance bot sich schon in der zweiten Minute: Beim Heber des Dänen Nikolai Baden Frederiksen war Torhüter Samuel Sahin-Radlinger zur Stelle. Nach einem Handspiel des Ex-Mattersburgers Michael Lercher wenig später verwandelte Dedic souverän vom Elfmeterpunkt.

In der 14. Minute vergab Bernd Gschweidl die plötzliche Ausgleichschance. Der Stürmer traf nach einem Ballverlust des Swarovski-Teams im Mittelfeld nur die Stange. Fünf Minuten später machte Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca ein Foul von Kelvin Yeboah an Grüll im Strafraum aus. Der trat selbst zum Elfmeter an und verwertete wie zuvor Dedic sicher.

Der erste WSG-Torschütze der neuen Saison: Routinier Zlatko Dedic ließ vom Elfmeterpunkt nichts anbrennen.
© GEPA pictures/ Manfred Binder

Danach wogte die Partie hin und her, wobei die WSG weiter leichte Vorteile hatte. Thanos Petsos prüfte Sahin-Radlinger in der 28. Minute aus der Distanz. Neuzugang Schnegg hatte bei seinem Schuss mehr Glück, der wurde nämlich zweimal von einem Rieder abgefälscht und damit unhaltbar für den von Barnsley nach Österreich zurückgekehrten Schlussmann.

In der 36. Minute musste WSG-Goalie Ferdinand Oswald bei einem Gschweidl-Kopfball sein Können aufbieten. Grüll (43.) erwischte bei einer weiteren Ausgleichschance die Stange. Zu Beginn der zweiten Hälfte scheiterte Dedic (50.) aus spitzem Winkel an Sahin-Radlinger, die Rieder erhöhten jedoch die Schlagzahl. Der aufgerückte Innenverteidiger Luca Meisl (57.) verfehlte mit einem Weitschuss nur knapp das Tor, in der 64. Minute verpuffte eine Großchance im Tiroler Strafraum. Einem Grüll-Kopfball (71.) fehlte der nötige Nachdruck.

Es war ein hochintensives Spiel, und wird sind im Endeffekt an unserer Blödheit gescheitert. Es war ein tolles Match von beiden, und ich hadere ein bisschen mit unseren Chancen. Insgesamt hat Ried verdient gewonnen, weil wir schwach verteidigt haben und sinnlose Elfmeter kassiert haben. Unsere Neuzugänge bringen Qualität, aber wir haben noch brutal viel Arbeit vor uns.
Thomas Silberberger, WSG-Trainer

Auf der anderen Seite schoss Dedic (65.) bestens postiert über das Tor. Die Tiroler waren nun in die Defensive gedrängt und suchten ihr Heil im Konter. Ried hatte am Ende aber auch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite: Nach einem Foul von Florian Buchacher an Seth Paintsil ließ sich der kurz zuvor eingewechselte Wießmeier die Chance nicht entgehen. Grubeck staubte am Ende der Nachspielzeit - allerdings nach einer Abseitsposition eines Mitspielers - aus kurzer Distanz ab.

Salzburg standesgemäß, SKN - Sturm torlos

Für die WSG Tirol geht es kommende Woche im ersten Heimspiel der Saison weiter. Am Samstag (17.00 Uhr) ist der LASK am Tivoli zu Gast.

In der weiteren Sonntagnachmittags-Partie zwischen dem SKN St. Pölten und Sturm Graz fielen keine Tore. Red Bull Salzburg meisterte seinen Auftakt zum Abschluss der ersten Runde standesgemäß. Begünstigt durch einen frühen Ausschluss von WAC-Verteidiger Lochoshvili (16.) gewann der Serienmeister in Wolfsberg souverän 3:1. Ein Eigentor von Peretz (21.), Daka (27.) und Koita (82.) zeichneten für die Treffer der Gäste verantwortlich. Bei den Hausherren betrieb Vizinger in der Nachspielzeit Ergebnis-Kosmetik. (TT.com, APA)

📊 Ticker-Nachlese: So lief die Partie SV Ried - WSG Tirol


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