Schlaflose Nacht und Interview-Marathon für Thiem nach US-Open-Triumph

Der Sieger der US Open hat seinen Triumph am Tag danach noch nicht realisiert. „Ich habe danach keine einzige Sekunde schlafen können“, verriet Thiem. Nach der Rückkehr in die Heimat will er sich erstmal ein paar Tage Pause gönnen.

Dominic Thiem holte bei den US Open als erster Österreicher seit Thomas Muster einen Grand-Slam-Turniersieg.
© AP/Seth Wenig/picturedesk.com

New York – Dominic Thiem hat den Triumph bei den US Open auch am Tag nach dem Fünfsatz-Finalkrimi gegen den Deutschen Alexander Zverev nach eigenen Angaben noch nicht realisiert. „Es ist noch nichts reingesunken, ich habe noch nicht darüber nachdenken können. Das wird alles kommen, sobald ich in Österreich gelandet bin“, sagte der Niederösterreicher am Montag bei einer Zoom-Pressekonferenz in New York.

Dank einem 2:6,4:6,6:4,6:3,7:6(6)-Erfolg holte er als erster Österreicher seit Thomas Muster 1995 bei den French Open einen Grand-Slam-Turniersieg. „Ich habe danach keine einzige Sekunde schlafen können“, verriet Thiem. Bis vier Uhr morgens saß er im Zimmer noch mit Coach Nicolas Massu, Physiotherapeut Alex Stober und Freund Lucas Leitner zusammen. „Wir haben was gegessen, geplaudert über das Turnier und die ganze Reise in den letzten eineinhalb Jahren, die echt lässig war“, gab der ÖTV-Star Einblick. Auch danach habe er kein Auge zugedrückt, ehe es für ihn früh zum Interview-Marathon ging. „Ich hoffe, dass ich im Flieger den ganzen Schlaf nachholen kann“, sagte Thiem.

Nach der Ankunft folgt in Wien Dienstagmittag gleich die nächste Pressekonferenz. Bis dahin wird sich sein Gemütszustand wohl kaum bereits geändert haben. „Es fühlt sich immer noch absolut sensationell an, und ich bin natürlich noch immer überglücklich und voll mit positiven Emotionen und Adrenalin“, gab Thiem am Montag zu Protokoll. Richtig viele Glückwünsche habe er von allen möglichen Leuten bekommen. Telefoniert oder geschrieben wurde mit der Familie und den besten Freunden.

Prominente Gratulanten

Als Gratulanten stellten sich am Tag nach dem US-Open-Titel auch die in der Weltrangliste weiter vor ihm liegenden Novak Djokovic und Rafael Nadal ein. „Das ist schon eine Riesenehre“, betonte Thiem. Die beiden und Roger Federer hatten in den vergangenen Jahren die vier Major-Turniere dominiert, Titel gelangen daneben seit 2014 nur Stan Wawrinka, Marin Cilic und Andy Murray. Nun zählt auch Thiem zu dem illustren Kreis. „Von dem her ist es schon eine große Ehre und macht mich auch glücklich und stolz“, so Thiem.

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Dank der 1990 Zusatzpunkte setzte sich Österreichs Aushängeschild in der Weltrangliste deutlich vom Vierten Federer ab und fand punktemäßig Anschluss an das Topduo. Auf den Zweiten Nadal fehlen etwa nur noch 725 Zähler. „Ehrlich gesagt, habe ich an die Weltrangliste noch überhaupt nicht gedacht. Ich habe bei den US Open von Anfang an meine Chance gewittert, von dem her waren alle meine Gedanken auf dem Turnier“, erläuterte Thiem.

Kein Antreten in Hamburg

Nach seinem Triumph in Flushing Meadows wird der 27-Jährige neben Rom auch auf ein Antreten in Hamburg verzichten. „Die ganzen vier Wochen in der ‚Bubble‘ mit vielen anstrengenden Matches plus den ganzen Emotionen, dem ganzen Druck und dem verrückten Finale. Von dem her wäre es nicht gescheit, in Hamburg zu spielen“, gab Thiem Einblick. Er habe dabei abgewogen zwischen Matchpraxis und körperlich und geistig voll fit nach Paris zu kommen. „Da ist Zweites eindeutig wichtiger“, betonte der Ranglistendritte.

Nach der Rückkehr in die Heimat gönnt sich Thiem ein paar Tage Pause, zum Wochenende hin will er das Training auf Sand aufnehmen. Am Mittwoch kommender Woche werde wahrscheinlich die Anreise nach Paris erfolgen. „Sand ist immer wie nach Hause kommen, ich hoffe, dass das aufgeht, weil viel mehr Matchpraxis habe ich auch nicht gehabt, wie ich in die US Open gestartet bin“, meinte Thiem. Seine Vorfreude ist jedenfalls sehr groß. „Ich kann so locker drauflosspielen bei einem Grand-Slam-Turnier wie seit ewiger Zeit nicht mehr, darauf freue ich mich.“ (APA)


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