Willi hofft auf gelbes Innsbruck im Winter: "Leute, reißt euch am Riemen"

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi sieht "Ampel-Orange" als Warnsignal und "etwas mehr als rein symbolisch". Stünde die Ampel im Winter noch auf Orange, hätte dies negative Außenwirkungen auf Tourismus und Wirtschaft.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi.
© TT/De Moor

Innsbruck – Hatte der Innsbrucker Bürgermeister am Montag noch gehofft, bald wieder in "die grüne Liga" aufzusteigen, so zeigte er sich nach der Ampelschaltung auf Orange am Dienstag pragmatisch. Er sei froh, wenn man mit Gelb durch den Winter komme, sagte Georg Willi (Grüne) am Dienstag.

Negative Auswirkungen auf Tourismus und Wirtschaft

"Leute, reißt euch am Riemen!", appellierte Willi an die Innsbrucker. Stünde die Ampel im Winter noch auf Orange, hätte das eine negative Außenwirkung und infolgedessen auch negative Auswirkungen auf den Tourismus und die Tiroler Wirtschaft. Er hätte nicht damit gerechnet, dass sich so viele Bezirke bundesweit über Nacht orange färbten, räumte das Stadtoberhaupt ein.

Warten auf konkrete Empfehlungen

Nun wolle man natürlich den Empfehlungen der Kommission Folge leisten, und vorgesehene Maßnahmen intensivieren – "was auch immer das konkret heißen soll". Willi hält jedenfalls die orange Ampelschaltung für "etwas mehr als rein symbolisch".

Es obliege Betrieben und Einrichtungen, Sicherheits- und Hygienevorschriften eigenständig zu verschärfen, meinte Willi. Selbst wenn es keine konkreten Vorgaben gäbe, halte er die eingangs für die unterschiedlichen Ampelfarben definierten Regeln für hilfreich.

📽️ Video | Innsbruck und Kufstein auf "Orange"

Appell für verstärktes Bewusstsein und mehr Achtsamkeit

"Zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger in Innsbruck appellieren wir an alle: Gebt aufeinander Acht, wascht euch regelmäßig die Hände und haltet Abstand. Wir arbeiten mit Hochdruck an den erforderlichen Maßnahmen, über die wir zeitnah informieren werden. Die steigenden Zahlen sind ernst zu nehmen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir das Virus mit dem Zusammenhalt aller eindämmen können“, appellierten Willi und Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (VP) gemeinsam an die Innsbrucker Bevölkerung.

Keine weiteren Verschärfungen

Dass von Ampel-Orange Schulen, Kultureinrichtungen und Sportstätten nicht – wie ursprünglich in den Maßnahmen festgelegt – betroffen sind, nehme er mit Erleichterung zur Kenntnis, sagte Bürgermeister Willi.

Hier zeige sich, dass es sinnvoll ist, "dass die Expertenkommission hier nachjustiert. Wir wissen heute, dass von organisierten Veranstaltungen keine Gefahr ausgeht, solange Abstände gewahrt und Regeln eingehalten werden." Er sei froh um diese Einsicht, hätte der Lockdown doch gezeigt, wie wichtig Sport, Kultur und Freizeit für das Wohlbefinden und die Lebensqualität seien.

"Es ist ein Prozess", stellte Willi fest, alle seien bemüht, mit der Situation so gut wie möglich umzugehen. Es handle sich um "ein vielschichtiges Problem" und man müsse eben zur Kenntnis nehmen, dass sich eine Pandemie eben nicht nach mathematischen, klar definierten Grundsätzen lösen lasse.

Anzengruber: "Anschober muss Ampel-Chaos "beenden

Vizebürgermeister Anzengruber hingegen übte scharfe Kritik an Gesundheitsminister Anschober: "Es scheint der Gesundheitsminister ist mit seiner Ampelregelung völlig überfordert. Man weiß noch immer nicht ganz genau, was die einzelnen Ampelschaltungen für die ausgewiesenen Regionen bedeuten. Dieses Ampel-Chaos muss rasch gestoppt werden. Wir brauchen ein Corona-Ampelsystem bei dem genau jede und jeder weiß, was bei einer Verschärfung zu tun ist.“

Zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden zeigen, dass durch die fehlenden klaren Vorgaben aus dem Gesundheitsministerium, sich allmählich eine Stimmung der Verunsicherung breit machte, so Anzengruber.

Terminvereinbarung im Rathaus empfohlen

Im Innsbrucker Rathaus wurde unterdessen ein Teil der Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, für Behördengänge werden nun, mit Ausnahme des derzeit viel frequentierten Meldeamtes, wieder Termine vergeben. Es stehen verstärkt die Online-Leistungen des Stadtmagistrats unter www.innsbruck.gv.at sowie die Nutzung der Handy-Signatur als rechtsgültige elektronische Unterschrift zur Verfügung. Auskünfte zu Terminen in den Dienststellen erhält man zudem via E-Mail unter kontakt@innsbruck.gv.at oder telefonisch unter der Nummer +43 512 5360-0.

Nach wie vor gilt in allen Dienststellen des Innsbrucker Stadtmagistrates sowie in den Aufzügen im Rathaus das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Darüber hinaus erfolgt weiterhin eine verstärkte Reinigung des Amtsgebäudes. Die Wartebereiche werden regelmäßig desinfiziert und auch die Handdesinfektionsspender werden regelmäßig überprüft und nachgefüllt. (TT.com, APA)

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