Nach Corona-Cluster in Innsbruck: LH Platter warnt Nachtgastronomie

Angesichts steigender Corona-Zahlen sei besonders die Situation in der Innsbrucker Nachtgastronomie „problematisch", sagte Tirols Landeshauptmann. Ein Cluster aus einem einzigen Lokal bestehe aus 56 Neuinfektionen. Er kündigte nun „scharfe Kontrollen" an.

Landeshauptmann Günther Platter.
© APA/EXPA/Groder

Innsbruck – Die Stadt Innsbruck und der Bezirk Kufstein auf Orange (hohes Risiko), die Bezirke Landeck, Innsbruck-Land und Schwaz auf Gelb (mittleres Risiko): Nach dem Update der Corona-Ampel äußerte sich Landeshauptmann Günther Platter am Dienstag zur Lage in Tirol. Die Schaltung sei für ihn „keine Überraschung", das Instrument grundsätzlich verteidigte er.

„Die Ampelfarben sind keine reine Farbenspielerei – es geht auch darum, ein Bewusstsein für die aktuelle Situation zu schaffen: Wir müssen verstärkt aufeinander aufpassen, denn das Virus ist nach wie vor unter uns", mahnte Platter ein.

Mit Stand Dienstag 13.30 Uhr gab es in Tirol 646 positive Fälle. Zunehmend „problematisch" sieht Platter dabei aber die Situation in der Nachtgastronomie – konkret in Innsbruck, wo ein Cluster aus einem einzigen Lokal mit aktuell 56 Neuinfektionen bestehe. Die Landessanitätsdirektion gehe sogar von einem weiteren Anstieg aus.

„In Tirol nehmen die Neuinfektionen zu. Wegen des bereits erfolgten Schulbeginns und des anstehenden Unistarts müssen wir die weiteren Entwicklungen genau beobachten und weiter achtsam sein – zum eigenen Schutz und jenem von Familie und Freunden", so der Landeshauptmann nach der Sitzung der Tiroler Landesregierung.

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„Verstöße in Nachtgastronomie werden nicht toleriert"

Platter begrüßte ausdrücklich die seit Montag in Kraft getretene Verordnung des Bundes, wonach Speisen und Getränke in der Gastronomie und in Bars nur noch im Sitzen, also am eingenommen Platz, konsumiert werden können.

„Diese Maßnahme ist absolut richtig und wichtig, wie ein Blick auf die steigenden Neuinfektionen im Bereich der Gastronomie zeigt. In der Tiroler Landesregierung gibt es Konsens darüber, dass etwaige bewusste Umgehungen dieser Verordnung nicht toleriert werden. Es wird stattdessen scharfe Kontrollen geben, um jeglicher Umgehung einen Riegel vorzuschieben“, sagte Platter.

Wegen der steigenden Zahlen in Tirol werde es umfassende Screenings zum verstärkten Schutz von Einrichtungen in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Pflege und Bildung geben. Geprüft werden aktuell auch die rechtlichen Möglichkeiten für präventive Maßnahmen an bestimmten öffentlichen Orten wie Märkten durch das Tragen einen Mund-Nasen-Schutzes.

Insgesamt führe man in Tirol derzeit viele Cluster, wobei der wesentliche Anteil Kleincluster seien, die im Zuge der umgehenden Absonderungen der Infizierten rasch eingegrenzt würden, so Platter. Über 50 Prozent der positiv getesteten Personen seien zwischen 15 und 35 Jahre.

Mehrere kleine Cluster in Tirol

„Insgesamt können in Tirol auftretende Coronavirus-Fälle sehr gut Clustern zugeordnet und Verknüpfungen untereinander hergestellt werden – derzeit werden viele Familiencluster verzeichnet, die sich meist im kleineren Rahmen eingrenzen lassen. Aber auch Infektionen nach privaten Feierlichkeiten bzw. Zusammenkünften treten gehäuft auf – umso wichtiger ist unser Appell: Je mehr Menschen sich an die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen halten, desto eher können wir gemeinsam dafür sorgen, dass sich das Virus in Tirol nicht wieder weiterverbreitet und es keine weiteren – auch verpflichtenden – Maßnahmen benötigt“, betonte der Landeshauptmann.

Nur wenige Fälle würden derzeit noch im Zusammenhang mit einer Reiseaktivität stehen. Indes war in Tirol erstmals seit dem 22. Mai wieder ein Todesfall zu beklagen: Am Wochenende verstarb im Bezirk Innsbruck-Land eine Person mit Vorerkrankungen, die positiv auf das Virus getestet worden war. Damit starben 109 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus in Tirol. (TT.com)


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