Innsbrucker Öffi-Verkehr hat sich von Corona erholt

Nach drastischen Einbrüchen während des Lockdowns verzeichnen IVB und VVT inzwischen wieder annähernd so hohe Fahrgastzahlen wie im Vorjahr.

Bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben lagen die Fahrgastzahlen im August schon wieder bei 85 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.
© IVB

Innsbruck – Wie hat sich die Corona-Krise auf die Öffi-Nutzung und den Radverkehr ausgewirkt? Werden die Öffis wirklich noch eher „gemieden“? Mit Fragen wie diesen hat sich das „Amt für Verkehrsplanung, Umwelt“ der Stadt Innsbruck unter Vorstand Martin Hauschild näher auseinandergesetzt.

Wie der Vergleich der automatisierten Fahrgastzählungen in Fahrzeugen der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) zeigt, gab es im Jänner 2020 noch Steigerungen gegenüber dem Vorjahr. Mit Beginn des Lockdowns im März trat dann eine dramatische „Covid-19-Delle“ ein, im April lag die Nutzerfrequenz nur noch bei 30 % des Vorjahreswerts. Doch bald setzte wieder ein kontinuierlicher Aufschwung ein: Die Nutzerzahlen lagen z. B. im Mai bei 59 % und zuletzt im August schon wieder bei 85 % im Vergleich zu 2019.

Unsere Daten widersprechen der Wahrnehmung, die Öffis würden weiterhin deutlich weniger genützt.
Uschi Schwarzl 
(Mobilitätsstadträtin, Innsbruck)

Die „veröffentlichte Wahrnehmung“, dass die Öffis weiterhin deutlich weniger genützt würden bzw. die Leute sich nicht trauen würden, damit zu fahren, „deckt sich überhaupt nicht mit unseren Daten“, bilanziert Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne). Die Nutzung sei erfreulicherweise „stärker als angenommen“. Im Bereich der Morgenspitze liege man sogar schon wieder bei rund 90 % der Vorjahresfrequenz – ein Hinweis darauf, dass bei Freizeitfahrten noch ein stärkeres Defizit bestehe als bei Berufspendlern. Bisher sei ihr auch kein Cluster bekannt, der auf Öffis zurückzuführen sei, ergänzt Schwarzl. Ob und wie sich die neuerlich steigenden Corona-Zahlen auswirken, ist freilich noch nicht absehbar.

Beim Verkehrsverbund Tirol (VVT) habe man in der Corona-Hochphase Mitte/Ende März bzw. April einen Rückgang der Fahrgastzahlen von rund 70 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet, erklärt VVT-Pressesprecherin Stefanie Kozubek. In dieser Zeit, als weniger Tiroler und keine Touristen unterwegs waren, habe man das Angebot auch „nach Bedarf verringert“. Seit Mitte Mai seien die Tiroler Öffis mit Ausnahme der Nightliner wieder im Normalbetrieb. Mittlerweile hätten sich auch die Fahrgastzahlen „wieder erholt“ und seien ähnlich wie im Vorjahr, so Kozubek.

Beim Radverkehr gab es in Innsbruck an der stärkstfrequentierten städtischen Zählstelle (Herzog-Otto-Ufer) im April einen Einbruch in Richtung null, schon Anfang Mai wurden aber wieder 75 % der Vorjahreswerte erreicht. Und seit Anfang August liegt man laut Stadt mit 15.000 bis 20.000 Fahrten wieder in etwa auf dem Niveau von 2019. (md)


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