Die neue WSG-Realität ähnelt der alten: „Bleibt wirtschaftliche Herausforderung"

Noch haben sich die tipico-Bundesliga und die WSG Swarovski Wattens nicht miteinander angefreundet. 
Die Heim-Premiere gegen den LASK im Innsbrucker Tivoli (Samstag, 17 Uhr/live TT.com-Ticker) soll eine Trendumkehr einleiten.

Ein neues Trainingsgelände soll den räumlichen Engpass beseitigen. Schließlich tummeln sich neben drei Kampfmannschaften zehn Nachwuchs-Teams auf dem Gelände hinter dem Gernot-Langes-Stadion.
© Madl

Von Florian Madl

Wattens – Da war er wieder, der Ärger. „Je öfter ich mir die Szene anschaue, umso unglaublicher ist sie“, befand WSG-Trainer Thomas Silberberger in seinem jüngsten Vorausblick auf das heutige LASK-Spiel. Vier Ried-Spieler standen bei ihrem siegbringenden Gegentor im Abseits, das trübte die Vorfreude auf den Bundesliga-Klassenerhalt. Den hatte erst Mattersburg mit dem Finanzskandal ermöglicht, aber Trainer Thomas Silberberger hielt bereits fest: „Das passierte in Österreich schon öfter. Wir werden uns nicht dafür entschuldigen, dass wir erstklassig geblieben sind.“

4,6 statt 7 Millionen Euro Budget

Die Erstklassigkeit brachte, gepaart mit den Turbulenzen bei Hauptsponsor Swarovski, allerdings auch Probleme mit sich. Das Budget kippte von knapp sieben Millionen Eur­o auf 4,6, der Kader musste zwangsläufig verjüngt werden. Präsidentin Diana Langes verhehlt nicht: „Es bleibt eine große wirtschaftliche Herausforderung! Derzeit ist es für sehr viele Vereine eine Fahrt ins Ungewisse.“

Nun soll eine Boygroup die Liga halten, hochtrabende Pläne wie jene vom Stadionneubau bleiben vorerst wohl im Archiv. Selbst Bürgermeister Thomas Oberbeirsteiner gesteht am Beginn der Saison: „Zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Das sportlich­e freut sich auf die zweite Chance, das andere wünscht sich Heimspiele in der eigenen Gemeinde. Wie schön wäre es, daheim spielen zu können.“

⚽ tipico Bundesliga, 2. Spieltag

  • Samstag, 17. 00 Uhr: Red Bull Salzburg - Cashpoint SCR Altach, SK Puntigamer Sturm Graz - SK Rapid Wien, WSG Swarovski Tirol - LASK
  • Sonntag, 14.30 Uhr: FC Flyeralarm Admira - spusu SKN St. Pölten, TSV Prolactal Hartberg - RZ Pellets WAC
  • Sonntag, 17.00 Uhr: FK Austria Wien - SV Guntamatic Ried

Eine Anspielung auf die Ausweich-Heimstätte Tivol­i, die in Zeiten von Corona zumindest 3000 Besuchern den Zutritt ermöglicht. Eine Zahl, die schon im vergangenen Jahr selten erreicht wurde und wohl auch im Gernot-Langes-Stadion realistisch scheint. Die Anforderungen der Bundesliga (überdachte Sitzplätze, Rasenheizung etc.) verhindern das, was das Gemeindeoberhaupt nicht verstehen kann: „Warum haben wir nicht einmal in Zeiten von Corona die Möglichkeit, in Wattens zu spielen?“

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Neue Trainingsplätze Ende September bespielbar

Zumindest das Trainingsgelände soll an einen Bundesligisten erinnern. Eine schmucke Anlage für den Verein, dessen drei Kampfmannschaften und zehn Nachwuchsteams, für (Behinderten-)Leichtathleten, für Schüler, für die Bevölkerung. Ab Ende September werden die dringend benötigten Plätze bespielbar sein. Und dann muss Trainer Thomas Silberberger auch die Trainingseinheiten nicht mehr unterbrechen, wenn gerade wieder eine Baumaschine die Konzentration der Profis stört.

Wattens ist in einer neuen Realität angekommen, die der alten ähnelt. „Die junge Mannschaft hat sich in Ried sehr ordentlich präsentiert und ich bin mir sicher, dass wir aufzeigen werden“, meint Präsidentin Diana Langes zum anvisierten Klassen­erhalt. Lange hielt man das erfolgreiche Hartberg-Modell für kopierbar, vorerst lebt die Hoffnung darauf.

Die WSG braucht gegen den LASK einen Sahnetag

Trotz der 2:3-Niederlage in Ried wird sich in der Startaufstellung der WSG Tirol am Samstag (17 Uhr/live TT.com-Ticker) gegen den LASK nicht viel ändern. Für Rechtsverteidiger Fabian Koch käme ein Einsatz nach Muskel­problemen noch zu früh, als siebenten Legionär trifft erneut Routinier Bruno Soares das Los, auf der Tribüne Platz nehmen zu müssen. Die Anmeldung für Renny Smith ist zwar eingetroffen, mit dem 23-jährigen Austro-Engländer ist aber wohl noch nicht zu rechnen. Dafür rückt Offensiv-Juwel Tobias Anselm nach überstandener Erkrankung erstmals in den Tiroler Bundesliga-Kader. Wie am Freitag bekannt wurde, verlängerte Kelvin Yeboah bei den Kristallbuam bis 2022.

Der Favorit kommt freilich aus Linz. „Wir wollen aber auch gegen den LASK Fußball spielen, denn nur mit langen Bällen wird’s nicht gehen“, hält WSG-Cheftrainer Thommy Silberberger fest. Dumme Fouls wie in Ried, die zu Standardsituationen führen, muss man sich sparen. „Wir müssen sehr viele Schlüsselmomente auf unserer Seite ziehen, um punkten zu können“ notiert Silbi zur Außenseiterrolle gegen die Thalhammer-Truppe. (lex)


Kommentieren


Schlagworte