ÖSV-Technik-Herren verschärfen Gangart: „Da brennt’s dir die Lungen durch“

Noch 28 Tage bis zum alpinen Weltcup-Auftakt am Rettenbachferner hoch über Sölden. Österreichs Techniker nützen dieser Tage die Vorzüge eines exklusiven Trainingshanges auf dem Pitztaler Gletscher.

Michael Matt und Co. feilen am Pitztaler Gletscher an der Form für den Weltcup-Winter.
© GEPA pictures/ Patrick Steiner

Von Max Ischia

Sankt Leonhard – Michael Matt hustet nicht zum ersten Mal. Kein Grund zur Panik. Zum einen unterziehen sich die ÖSV-Aktiven quasi im Wochentakt einem Covid-19-Test („Bei jeder An- und Abreise zu einem Trainingskurs“), zum anderen liefert der Slalomspezialist sogleich die Erklärung für seinen kratzenden Hals. „Da runter brennt’s dir die Lungen durch“, nickt der Arlberger mit anerkennendem Blick auf den Trainingshang am Pitztaler Gletscher.

28 Tage vor dem traditionellen Weltcup-Auftakt am Rettenbachferner hoch über Sölden wurde im Lager der ÖSV-Technik-Herren die Gangart verschärft. Bislang legten die Trainingsgruppen von Marko Pfeifer und Ex-Hirscher-Coach Mike Pircher das Hauptaugenmerk auf die Beseitigung bzw. Eindämmung von technischen Schwachstellen, gestern tickte erstmals die (Trainings-)Uhr. „Sechs Durchgänge mit einer Laufzeit knapp über einer Minute“, wie Rennsportleiter Andreas Puelacher versicherte. Kein Honigschlecken auf über 3000 m Seehöhe. Und keine Selbstverständlichkeit. Pisten wie diese sind dieser Tage kaum verfügbar, zumal der Frühherbst mit seinen Spätsommertemperaturen auch die heimischen Gletscher im Würgegriff hat.

Ständiges Auf und Ab bei Feller, Schwarz gibt Gas

„Wir können uns glücklich schätzen“, sagt denn auch Marco Schwarz, nicht zuletzt für ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel die größte Zukunftsaktie im Ringen um die große Kristallkugel. Nach seinem im Februar 2019 erlittenen Kreuzbandriss hatte der Kärntner im Vorjahr noch auf den Gletscher-Auftakt in Sölden verzichtet, diesmal zählt der 25-Jährige zu den aussichtsreichsten Hoffnungsträgern. „Körperlich geht’s mir tipptopp und ich kann richtig Gas geben.“

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Worte, die Manuel Feller beim besten Willen nicht über die Lippen kommen. Der Fieberbrunner, der sich nach einem im Dezember erlittenen Bandscheibenvorfall tapfer, aber glücklos durch den Rest der Saison gekämpft hatte, kann nur dosiert trainieren. „Manuel hat die letzten beiden Tage super trainiert, aber heute wieder eine Pause benötigt. Es ist halt ein ständiges Auf und Ab“, wie Gruppencoach Pfeifer meint. Noch einer fehlte gestern beim mittäglichen Medientermin: Adrian Pertl. Der Senkrechtstarter des vergangenen Winters verspürte einen Stich im Rücken und brach das Training vorzeitig ab. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, wie die Trainer beruhigten.

Der andere Youngster, der sich in der zurückliegenden Saison ins Rampenlicht geschoben hat, heißt Fabio Gstrei­n. Und weil der erste Slalom dieses Winters erst am 21. Dezember in Alta Badia steigt, würde der Sölder nur zu gerne beim Heim-Riesentorlauf in knapp einem Monat dabei sein. Der Weg dorthin wird aber über die interne Qualifikation führen. „Und“, lächelt Gstrein verschmitzt, „sollte ich mich durchsetzen und in Sölden am Start stehen, werde ich wohl mit der letzten Nummer ins Rennen gehen.“


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