Österreicher fahren im EU-Vergleich am zweithäufigsten mit Öffis

Nach Tschechien fahren die Menschen in Österreich am meisten mit Bahn, Straßenbahn und Bus. Dennoch sind auch die zurückgelegten Kilometer mit dem Auto in Österreich noch hoch.

Die Österreicher sind fleißige Öffi-Nutzer, fahren aber auch viel mit dem Auto.
© APA/DPA/CHRISTOPHE GATEAU

Wien – In Österreich werden durchschnittlich fast 3500 Kilometer pro Person und Jahr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Das sei nach Tschechien der zweithöchste Wert in der EU, hat der VCÖ anhand von Daten der EU-Kommission berechnet. Mit knapp 8900 Kilometern pro Kopf und Jahr wird aber immer noch deutlich mehr mit dem Auto gefahren.

Bahn, Straßenbahn und Bus werden in den einzelnen EU-Staaten sehr unterschiedlich genutzt, zeigen die Daten von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union. Spitzenreiter ist dank vieler Busfahrten Tschechien mit 3670 Kilometern pro Person und Jahr, darauf folgen Österreich mit 3460 Kilometern und Ungarn mit 3000. Der EU27-Schnitt liegt bei nur 2170 Kilometern, Deutschland mit 2150 Kilometern noch knapp darunter. Schlusslicht ist laut VCÖ Litauen mit 1140 Kilometern pro Person und Jahr.

Mehr Anreize für Umstieg auf Öffis gefordert

Bei Bahn, U-Bahn und Straßenbahn ist Österreich EU-Spitzenreiter. Mit rund 2300 Kilometern pro Person und Jahr werde mehr als doppelt so viel auf der Schiene gefahren wie im EU27-Schnitt, der bei 1110 Kilometern liegt. Mit dem Auto legen die Menschen EU-weit im Schnitt achteinhalb Mal so viele Kilometer zurück (9500). Die wenigsten Kilometer werden im Verhältnis zur Einwohnerzahl laut Eurostat in der Slowakei mit dem Auto gefahren (5220 km pro Person), die meisten in Slowenien (13.220 km pro Person), berichtete der Verkehrsclub.

Die verstärkte Verlagerung des Autoverkehrs auf Bahn und Bus würde Österreich seinen Klimazielen viel näher bringen: Laut Umweltbundesamt verursachen 1000 Kilometer mit einem Diesel- oder Benzin-Pkw in der Gesamtbilanz 217 Kilogramm Treibhausgase, so der VCÖ. Wer stattdessen 1000 Kilometer mit dem Bus fährt, reduziere die Emissionen auf 55 Kilogramm, mit der Bahn auf acht.

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Der Verkehrsclub fordert daher mehr Anreize zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr. "Neben einem dichteren Bahn- und Busnetz sowie häufigeren Verbindungen ist betriebliches Mobilitätsmanagement sehr wirksam, um das Mobilitätsverhalten zu verbessern", sagte Michael Schwendinger vom VCÖ. (APA)


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