ORF erneuert "Zeit im Bild": Darauf müssen sich Zuschauer einstellen

Der ORF schraubt optisch an TV-Formaten. Eine der auffälligsten Änderungen wird sein, dass bei Interviews von Korrespondenten oder anderen Videoschaltungen der Moderator und Interviewpartner im Splitscreen angezeigt werden.

Ab kommenden Sonntag präsentiert sich die "Zeit im Bild 1" um 19.30 Uhr in einem sanft erneuerten Erscheinungsbild. Neu sind unter anderem größere und damit lesbarere Schriften sowie der Einsatz von Split-Screens bei Korrespondenten-Schaltungen.
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Wien – Ab kommenden Sonntag präsentiert sich die "Zeit im Bild 1" um 19.30 Uhr in einem sanft erneuerten Erscheinungsbild. Neu sind unter anderem größere und damit lesbarere Schriften sowie der Einsatz von Split-Screens bei Korrespondenten-Schaltungen. Außerdem werden ab kommenden Montag die chronikalen Infomagazine "Mittag in Österreich" und "Aktuell in Österreich" in "Aktuell nach eins" und "Aktuell nach fünf" umbenannt.

"Das oberste Ziel ist, die 'ZiB'-Sendungen zeitgemäßer und noch konsumierbarer zu machen", sagte ORF-2-Chefredakteur Matthias Schrom bei einem Pressegespräch am Montag.

▶️ Um die Lesbarkeit zu erhöhen, wurde die Schrift deutlich vergrößert und die traditionelle akustische Signation wurde modernisiert.

▶️ Außerdem sei die Dramaturgie "logischer" gestaltet worden, so dass der Zuschauer nun besser nachvollziehen könne, wo was im Studio passiert.

▶️ Auffälligste Änderung ist, dass sowohl bei Schaltungen zu Korrespondenten als auch bei Studio-Analysen künftig auf Split-Screens gesetzt wird und der Moderator somit dem Publikum nicht mehr den Rücken zudreht. Diese optischen Änderungen werden auch bei der "ZiB 13" umgesetzt, außerdem "entwickeln wir uns weg von der Börse- Berichterstattung", hin zu einer "zeitgemäßeren Wirtschaftsberichterstattung", berichtete Schrom.

"Es ist keine Revolution, sondern eine Evolution, bei der wir einzelne Punkte im Publikumserlebnis verbessern", sagte Generaldirektor Alexander Wrabetz. Angekündigt gewesen war der Relaunch der laut Wrabetz "erfolgreichsten täglichen Nachrichtensendung Europas", die seit 2015 nicht mehr erneuert wurde, schon für das Frühjahr, wegen der Coronakrise musste er aber verschoben werden. Bereits seit 15. März ist dagegen die Durchschaltung der "ZiB" um 19.30 Uhr auf ORF 1 und ORF 2 in Kraft. Diese wird beibehalten, wie vergangene Woche im Stiftungsrat beschlossen wurde. Die Durchschaltung habe eine deutliche Steigerung der Gesamtmarktanteile gebracht, sagte Wrabetz. Seit Mai seien die Marktanteile für die "ZiB" um sechs Prozent auf 54 Prozent gestiegen. Außerdem wurde die Sendezeit verlängert, von rund 18 Minuten auf 22 Minuten.

📽️ Video | ORF-2-Channel-Manager Hofer zu den Neuerungen

Magazine erhalten neue Namen

Mit der Erneuerung der "ZiB 1" gehen auch Änderungen bei den Magazinen "Mittag in Österreich" und "Aktuell in Österreich" einher. Sie werden in "Aktuell nach eins" und "Aktuell nach fünf" umbenannt und sollen durch eine neue türkisblaue Farbgestaltung optisch etwas an die "ZiB" angepasst werden. Politische Bedeutung habe das keine, betonte Wrabetz auf Nachfrage. "Neu wird sein, dass wir auch über die Grenzen hinaus schauen und mehr Platz schaffen für unsere Korrespondenten", berichtete Ressortleiterin Claudia Lahnsteiner außerdem. Der ausschließlich mit digitalen Mitteln gestaltete Relaunch wurde intern durchgeführt. Ab Jänner 2021 werden die Chronikmagazine auch am Sonntag, also täglich, ausgestrahlt, kündigte ORF 2-Channelmanager Alexander Hofer an.

Auch die Studios der "Bundesland heute"-Sendungen werden einem Relaunch unterzogen. Am kommenden Montag startet der Rollout mit Wien, im Dezember ist die Steiermark dran, im Jänner Salzburg, Oberösterreich folgt im Februar. Bis Mai soll der Prozess in allen neuen Bundesländern abgeschlossen sein. (APA)


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