Commerzialbank Mattersburg: WKStA dehnte Ermittlungsverfahren aus

Betroffen seien laut einem Zeitungsbericht demnach vier Kreditnehmer, die von Bankchef Martin Pucher "Geldgeschenke" erhalten haben sollen.

Neben Pucher und Ex-Bankvorständin Franziska Klikovits gebe es sieben weitere Beschuldigte.
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Eisenstadt, Mattersburg – Im Ermittlungsverfahren zur Causa Commerzialbank Mattersburg gibt es mittlerweile neun Beschuldigte, berichtete der Kurier am Dienstag. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) habe das Ermittlungsverfahren ausgedehnt. Betroffen seien demnach vier Kreditnehmer, die von Bankchef Martin Pucher "Geldgeschenke" erhalten haben sollen.

Neben Pucher und Ex-Bankvorständin Franziska Klikovits gebe es sieben weitere Beschuldigte. Die WKStA habe ein in Eisenstadt anhängiges Finanzstrafverfahren gegen den Dachdeckerei-Betreiber und Ex-Commerzialbank-Aufsichtsrat Ernst Zimmermann und dessen Zimmermann GmbH in das Hauptverfahren einbezogen. Gegen Zimmermann und drei weitere Beschuldigte werde wegen des Verdachts der Geldwäscherei ermittelt, es gilt die Unschuldsvermutung.

"Wir, die Bank, verdienen gut und die Bank hilft dir"

Ex-Bankchef Martin Pucher soll "Geldgeschenke" auch auf Parkplätzen ausgefolgt haben.
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Bei den Beschuldigten handle es sich laut der Tageszeitung um Personen, die von Pucher "Geldgeschenke" auf die Hand erhalten haben sollen. Die Beträge seien dann zur Finanzierung ihrer notleidenden Betriebe verwendet worden, denen die Commerzialbank Kredit gegeben habe.

Der Ex-Bankchef soll zu diesem Thema ausgesagt haben, dass er ihnen das Geld gegeben habe, damit die Bank nicht die Kredite infolge eines Konkurses verliere. Bei den Übergaben habe er gesagt: "Wir, die Bank, verdienen gut und die Bank hilft dir." Die "Geldgeschenke" soll Pucher den Kreditnehmern zu 90 Prozent in der Bank sowie zu Hause, auf einem Parkplatz oder in deren Firmen ausgefolgt haben. Drei der betroffenen Unternehmer seien in einer anonymen Anzeige vom Februar 2020 als "wichtige Sponsoren" des SV Mattersburg angeführt worden, die hohe Verbindlichkeiten bei der Commerzialbank aufweisen würden.

Die WKStA wolle die Ausweitung des Verfahrens so nicht bestätigen: "Ich kann nur sagen, dass es nach wie vor zwei Beschuldigte gibt, die wir namentlich nicht erwähnt haben, und wir haben ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Eisenstadt einbezogen. Wodurch sich naturgemäß die Anzahl der Beschuldigten erhöht", zitiert der Kurier Oberstaatsanwältin Elisabeth Täubl. (APA)


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