Hartes Stück Arbeit, aber Thiem steht ohne Satzverlust im Achtelfinale

Dominic Thiem steht im Achtelfinale der French Open. Der Norweger Casper Ruud erwies sich beim 6:4,6:3,6:1 nach 2:15 Stunden Spielzeit als der erwartet schwere Gegner. In der nächsten Runde wartet der Franzose Hugo Gaston.

Dominic Thiem wurde drei Sätze lang ordentlich gefordert.
© THOMAS SAMSON

Paris – Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem hat seine weiße Weste in Paris behalten: Der US-Open-Sieger besiegte am Freitag in der dritten French-Open-Runde dank starker Leistung den Weltranglisten-25. Casper Ruud aus Norwegen nach 2:15 Stunden mit 6:4,6:3,6:1. Er steht damit ohne Satzverlust im Achtelfinale des mit 38,41 Mio. Euro dotierten Grand-Slam-Turniers und hat inklusive New York den zehnten Sieg en suite in der Tasche.

Thiem trifft nun am Sonntag in seinem schon 14. Major-Achtelfinale überraschend auf Hugo Gaston. Der französische Wildcard-Mann hatte sich in einem mehrmals von Regen unterbrochenen Match gegen den Schweizer Triple-Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinka mit 2:6,6:3,6:3,4:6,6:0 durchgesetzt. Österreichs Nummer eins und der 20-jährige Lokalmatador standen sich bislang noch nie am Court gegenüber.

"Alles komplett dunkel, das war ein bisserl komisch"

Thiem war nach seinem dritten glatten Sieg hochzufrieden. "Es war ein unglaublich gutes Match, finde ich, heute von beiden Spielern. Viele lange Rallyes, die Energie war gut heute, bis auf den Beginn", erklärte Thiem auf dem Platz und im ORF-TV-Interview. Die Begründung für den etwas langsameren Start lieferte er gleich nach. "Es war auch das erste Mal, dass ich das erste Match um 11.00 gespielt habe", so Thiem. Er sei deshalb um 07.00 Uhr aufgestanden: "Alles komplett dunkel, was ja normal nicht der Fall ist, wenn das Turnier im Mai ist. Das war ein bisserl komisch, aber so ab 3:2 im ersten (Satz) hat alles echt gut gepasst."

Nadal mühelos im Achtelfinale

Topfavorit Rafael Nadal hat bei den French Open ohne größere Probleme das Achtelfinale erreicht. Der zwölfmalige Paris-Champion gewann am Freitag gegen den Italiener Stefano Travaglia mit 6:1,6:4,6:0. Der 34-jährige Spanier benötigte nur 1:35 Stunden für seinen Erfolg. Nadal bekommt es jetzt mit dem 20 Jahre alten Sebastian Korda zu tun. Der Qualifikant aus den USA ist der Sohn des einstigen tschechischen Weltklassespielers Petr Korda.

Thiem lobte die perfekten Bedingungen mit dem geschlossenen Dach, auch der Platz sei in sehr gutem Zustand. Sein zuletzt ganz leicht angegriffener Nacken sei okay. "Grundsätzlich passt alles. Natürlich beginne ich die ganzen letzten Wochen ein bisserl zu spüren. Aber ich schwimme gleichzeitig noch immer auf der Welle und grundsätzlich sollte die Anspannung von dem Grand-Slam-Turnier sowieso so groß sein, dass alle etwaigen Wehwehchen oder was sonst aufkommt, eher erst nach dem Turnier zum Tragen kommen. Von dem her alles gut."

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Die kühlen Temperaturen im zweiten "Hallenmatch" für Thiem bei dieser Roland-Garros-Auflage kamen eher ihm entgegen, so Thiem. "Für ihn ist es super, wenn der Ball sehr hoch abspringt. Da ist der Absprung doch eher flach, ich habe von Haus aus sehr viel Power in meinen Schlägen, das kommt mir da zugute."

58 Minuten Spielzeit für den ersten Satz

Zunächst hatte Thiem im Match gegen Ruud Mühe mit seinen Aufschlag-Games. Der Außenseiter aus Norwegen schaffte das erste Break zum 3:1, Thiem gelang aber postwendend das Rebreak. Nach Abwehr von drei Breakbällen gelang Thiem das 3:3 und der Lichtenwörther nahm Ruud dann zu Null das Service zum 4:3 ab. Auch im achten Game musste Thiem einen Breakball abwehren, doch nach 47 Minuten machte Thiem aus einem 1:3 ein 5:3. Den ersten Satzball zum 6:3 bei Aufschlag Ruud vergab der Niederösterreicher noch, den insgesamt dritten zum 6:4 nach 58 Minuten nutzte er aber.

Das Ergebnis wirkte klarer als es war, doch Thiem nahm den Schwung gut mit. Er nutzte seine sechste Breakchance zum 1:0 und erhöhte mit seinem ersten Aufschlag-Game ohne Einstand auf 2:0. Diese Führung ließ sich der zuletzt zweifache Roland-Garros-Finalist nicht mehr nehmen. Thiem steigerte sein Service und schon bald hatte er die 2:0-Satzführung hergestellt. Im dritten Durchgang hatte Ruud keine Chance mehr. Nach Breaks zum 3:1 und 5:1 verwertete Thiem seinen zweiten Matchball mit dem fünften Ass zum Aufstieg. (APA)

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