Nach Vorwürfen: Holz stammt laut Ikea nur aus legalen Quellen

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© Thomas Böhm

Bern – Der schwedische Möbelhersteller Ikea kommt in einer nach eigenen Angaben "umfassenden Untersuchung" zu dem Schluss, dass im Unternehmen nur legal geschlagenes Holz verwendet wird. Betreffend Schonzeiten in Wäldern gelte es aber, Fragen zu klären.

Die britische Nichtregierungsorganisation (NGO) Earthsight habe dem Möbelhändler vorgeworfen, dass illegal geschlagenes Holz über die Ukraine und Rumänien in die Ikea-Lieferantenkette gelangt sei, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Ikea habe daraufhin Untersuchungen eingeleitet.

Die nun vorliegenden Ergebnisse einer internen und einer externen Prüfung würden zeigen, dass bei Ikea in der Lieferantenkette nur legal geschlagenes Holz verwendet werde. Insgesamt hätten "ausgewiesene Experten" zwei Untersuchungen durchgeführt: eine interne sowie eine externe von der unabhängigen Drittpartei Legallis Ukraine Limited Liability Company (Legallis LCC).

Laut Ikea kein illegal geschlagenes Holz in Lieferantenkette

Die Ergebnisse beider Untersuchungen ergaben laut Ikea keine Hinweise darauf, dass illegal geschlagenes Holz in die Lieferantenkette gelangt sei. Beide Untersuchungen wiesen jedoch auf die widersprüchliche Auslegung des Gesetzes bezüglich des Holzschlags während der Schonzeit hin.

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Die Schonzeit sei die Zeit, in der die Tiere am wenigsten gestört werden sollten und daher Aktivitäten wie Holzeinschlag und Jagd eingeschränkt seien. Ikea unterstütze deshalb die Maßnahmen, die der FSC (Forest Stewardship Council) ergriffen habe, um das Problem zu lösen.

Der Bruno Manser Fonds hatte dem Möbelhändler seinerseits vorgeworfen, systematisch gegen die gesetzliche Holzdeklarationspflicht zu verstoßen. Der Verein zum Schutz des Regenwaldes verlangte die Verhängung einer Geldstrafe gegen Ikea.

In der Schweiz wurde die Anzeige gegen Ikea in Spreitenbach und Ikea-Schweiz-Chefin Jessica Anderen am 2. September beim Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) eingereicht. Tamedia-Titel hatten im September als erstes darüber berichtet, dass Ikea die Deklarationspflicht in ihren Schweizer Filialen nicht umsetze. (APA/sda)


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