Föhnsturm: Baum stürzte in Rum auf Kind, mehrere Dächer abgedeckt

Der Föhnsturm hat am Freitagabend bei einer Wohnanlage in Rum einen Baum umgerissen, der auf ein zwölfjähriges Mädchen stürzte. Das Kind musste in die Klinik Innsbruck eingeliefert werden. Die Feuerwehren hatten auch sonst wegen des Föhnsturms alle Hände voll zu tun.

Der Baum wurde vom Föhnsturm umgerissen und landete auf einer 12-Jährigen.
© zeitungsfoto.at/Liebl Daniel

Rum, Kitzbühel – Aufgrund des starken Föhnsturmes stürzte am Freitag gegen 19.35 Uhr vor einer Wohnanlage am Moosweg in Rum ein Baum um. Er fiel ausgerechnet auf ein zwölfjähriges Mädchens, das sich dort aufhielt.

Durch einen plötzlichen Schrei des Kindes wurde die Mutter aufmerksam. Sie entdeckte ihre Tochter unter dem Baum mit einem Stammdurchmesser von rund 20 Zentimbetern und setzte die Rettungskette in Gang. Das Mädchen wurde von der Rettung mit Verletzungen unbestimmten Grades in die Universitätsklinik Innsbruck (Schockraum) eingeliefert. Laut Polizei wurde das Kind leicht verletzt, befand sich am Samstag vorläufig aber weiter in der Klinik zur Beobachtung.

Weitere Einsätze wegen des Sturms

Glimpflich waren bereits am Freitagnachmittag zwei wetterbedingte Notlandungen von Sportsegelfliegern verlaufen. Zwei deutsche 20-Jährige, die von Garmisch (Deutschland) aus zu einer Inntal-Runde gestartet waren, mussten ihren Flug bei Kematen (Bez. Innsbruck-Land) abbrechen und auf einem Feld niedergehen. Ein 43-jähriger Segelfliegerpilot aus Innsbruck musste wenig später zur Außenlandung auf einem Feld zwischen Rum und Thaur (Bez. Innsbruck-Land) ansetzen. Die Flugzeuginsassen blieben jeweils unverletzt.

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Das Föhnwetter hielt Samstagfrüh an und sorgte für zahlreiche weitere Feuerwehreinsätze wegen herabfallender Äste. Personen- oder größere Sachschäden wurden vorläufig nicht verzeichnet.

In Ginzling musste die Feuerwehr einen umgestürzten Baum, der quer über der Straße lag, wegräumen. Ein weiterer Baum stürzte auf das Auto eines Einheimischen. In Gerlos sorgten ein abgedecktes Blechdach bei einem Hotel und ein kaputter Glockenstuhl für Feuerwehreinsätze. In Tux wurde ebenfalls das Dach eines Hauses teilweise abgedeckt.

Zwei Dächer in Kitzbühel abgedeckt, Kamin drohte abzustürzen

In Kitzbühel wurden ebenfalls zwei Dächer abgedeckt. Die Stadtfeuerwehr legte das Blechdach eines Bauernhofs in seine ursprüngliche Lage zurück und sicherte es mit Holzbrettern und Nägeln. Noch während der Arbeiten am Bauernhof wurden die Einsatzkräfte zu einem weiteren Gebäude gerufen. Im Zuge der Lageerkundung wurde wegen der Größe des Daches, einer Solaranlage und dem drohenden Herabstürzen eines Kamin ein Spezialkran nachalarmiert. Der Kamin und das aufgedrehte Blechdach wurden mit mehreren Trennschleifern geteilt und mit dem Kran vom Dach gehoben. 35 Feuerwehrleute standen im Einsatz.

Die Feuerwehr Kitzbühel hatte am Samstag einiges zu tun.
© Stadtfeuerwehr Kitzbühel

Auch in Schwendau musste in der Früh die Feuewehr ausrücken: Beim Spielplatz war ein großer Baum umgestürzt. Aus Sicherheitsgründen wurde der Radweg komplett geperrt.

Beim Spielplatz in Schwendau stürzte ein Baum um.
© ZOOM.TIROL

Bereits gegen 7 Uhr stand die Feuerwehr Brandberg im Einsatz. Mehrere Bäume waren dort auf eine Gemeindestraße gestürzt, wodurch auch die Leitschiene beschädigt wurde. Außerdem wurde ein abgestellter Tieflader sowie der Zaun einer privaten Firma beschädigt. Mit Hilfe vom Gemeindetraktor konnte die Straße nach einer Stunde geräumt werden. (TT.com/APA)


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