Bike-Fest am Bildschirm: Heimsiege beim Crankworx-Finale

Wetterkapriolen, Corona-Pandemie, Absagen: So ziemlich alles sprach gegen das 4. Crankworx in Innsbruck. Die Online-Zugriffe machen Mut.

Valentina Höll gewann auch trotz „geschlossener Veranstaltung“ den Downhill-Bewerb.
© Crankworx World Tour

Von Roman Stelzl

Mutters – Es ist an diesem Sonntag ruhig rund um die Talstation der Muttereralmbahn. Dort, wo sich im Vorjahr Tausende Crankworx-Fans auf Wiesen und Wegen versammelten, könnte man fast das Gras wachsen hören. Kein Jubel, keine laute Musik. Die Seilbahnen sind die ganze Woche nur für Crankworx da, Wanderer und Freizeitsportler aufgrund der Corona-Gefahren nicht willkommen.

Einzig die vielen Werbeplakate in und um Innsbruck sowie die Schilder, die auf eine geschlossene Veranstaltung hinweisen, erinnern daran, dass hier eines der größten Mountainbike-Festivals der Welt stattfindet. Es sind gerade die letzten Läufe im Downhill-Bewerb im Gange, Valentina Höll und David Trummer werden für einen österreichischen Doppelsieg sorgen. Und wäre da nicht die Absage des an- und damit auch abschließenden Whip-Off-Bewerbs gewesen, hätte es ein schöner Abschluss sein können.

🎥 Videobeitrag: Höll und Trummer strahlende Sieger

So war es zumindest ein versöhnlicher. „Es hat sich uns heuer so ziemlich alles in den Weg gestellt. Aber wir haben es dennoch geschafft, Crankworx zumindest für die TV-Zuschauer zu veranstalten“, blickt Organisator Georg Spazier auf die vierte Auflage des in Kanada gegründeten Events. Und Hürden gab es genug: Sieht man von der Corona-Pandemie ab, die einen Zuschauerbann und immer striktere Maßnahmen mit sich brachte, brach kurz vor der Veranstaltung der Winter über Innsbruck herein. Danach kam ein Föhnsturm, der Verschiebungen und einen Abbruch (Speed & Style) mit sich brachte.

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Aber wer über Hürden springt, muss auch Kraft haben – und die schöpfen die Veranstalter des mit einer Million Euro budgetierten Events aus den Online-Zugriffen. „Wir verzeichnen im deutschsprachigen Raum um 40 Prozent mehr Suchanfragen nach Crankworx Innsbruck als im Vorjahr. Das zeigt, wie groß das Interesse ist, vor allem jetzt, wo es so wenige Rennen gibt“, ergänzte Spazier, der sich nach getaner Arbeit schon alsbald an Auflage fünf machen will.

Denn nach der Verschiebung sind es nur noch gut acht Monate bis zu Crankworx 2021 (16.-20.6.). Es wird die vorerst vorletzte Auflage sein, der Vertrag läuft 2022 aus. Die Signale stehen auf Verlängerung (bis 2024) – Crankworx und Lizenzhalter Whistler würden den mit Handkuss unterschreiben. Bleibt abzuwarten, ob auch die Tiroler mitziehen. Im Vorfeld war die Euphorie, allen voran bei TVB-Innsbruck-Geschäftsführerin Karin Seiler-Lall, ungebrochen. Viel hängt am geplanten Ausbau des Bikeparks Mutters-Götzens. Den sollen dann Sportler und Fans während Crankworx erleben. Und vor allem danach.

🎥 Videobeitrag: Die Highlights vom Downhill-Bewerb


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