Die Bäume wachsen bei der WSG Tirol nicht in den Himmel

Nach der unnötigen 0:2-Niederlage gegen die Wiener Austria wartet in der Länderspielpause noch jede Menge Arbeit auf die neuformierte WSG Tirol.

Oft Zweikampf-, aber nicht Punktsieger – die WSG-Defensive um Raffael Behounek gegen die Austria (r. Benedikt Pichler).
© kristen-images.com / Michael Kristen

Von Alex Gruber

Innsbruck – „Nicht der letzte Wille, aber der letzte Punch und die letzte Entschlossenheit haben mir gefehlt. Die Austria wäre zu erwischen gewesen“, ärgerte sich WSG-Sportmanager Stefan Köck noch gestern zur Mittagsstunde über den ausbaufähigen eigenen Auftritt im Tivoli. Während des Telefonats kutschierte Köck gerade seinen Sohn David zur Corona-Teststation in Innsbruck. Das war eine Aufforderung seitens der Behörde, weil einer der Teamkollegen in der Regionalliga-Mannschaft positiv getestet worden war.

Die ohnehin nicht steuerbare Corona-Platte legte Köck nicht auf, stattdessen blickte er noch einmal auf den zweiten Austria-Treffer aus einer klaren Abseitsposition zurück: „Verloren haben wir selber – und wir brauchen keinen anderen Schuldigen zu suchen. Aber jetzt haben wir nach Ried (in Runde eins war das 2:3 in der Nachspielzeit ebenfalls aus klarer Abseitsposition gefallen; Anm.) und in vier Runden zwei schwere Fehlentscheidungen gegen uns gehabt. Die Frage sei erlaubt – und wir wollen sicher keine schlechten Verlierer sein –, ob bei den Unparteiischen nach solchen Fehlentscheidungen auch etwas passiert.“

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Eine klare Ansage gab es nach einem eher mauen Auftritt schon in der Halbzeitpause in der WSG-Kabine. „Ich habe zu Frederiksen (20-jähriger dänischer Angreifer; Anm.) gesagt, dass die österreichische Bundesliga kein ,walk in the park‘ ist“, mahnte Cheftrainer Thommy Silberberger, von einem „Spaziergang im Park“ Abstand zu nehmen und stattdessen in Durchgang zwei aufs Gaspedal zu drücken.

Nach dem 0:1 (46.) unmittelbar nach Wiederbeginn, vergebenen Ausgleichschancen (Behounek, Yeboah) und dem besagten 0:2 ging aber nichts mehr. „Das war in Summe unser schwächstes Saisonspiel. Und nach den vielen Wechseln und dem 0:2 haben wir als zusammengewürfelter Haufen nichts mehr kreieren können. Jetzt reden wir nach vier Runden über vier verlorene Punkte“, gab Silberberger ehrlich zu Protokoll.

Bis zum nächsten Pflichtspiel, dem ÖFB-Cup-Heimspiel gegen Zweitligist FAC am 16. Oktober in Wattens, wartet im Trainingsbetrieb eine scharfe Gangart.


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