Serie A im "Covid-Chaos": Napoli erwägt rechtliche Schritte

Die Farce von Turin könnte ein juristisches Nachspiel haben. Sollten Juventus die drei Punkte aus dem Spitzenspiel gegen Napoli, das nicht stattfinden konnte, zugesprochen werden, kündigten die Süditaliener Protest an.

Skurrile Szenen in Turin: Gianluigi Buffon und Juventus warteten auf einen Gegner, der nicht anreisen konnte.
© VINCENZO PINTO

Rom – Für den Fall einer Niederlage am grünen Tisch prüft der SSC Napoli nach dem geplatzten Spiel bei Juventus Turin rechtliche Schritte. Die Partie der Serie A war am Sonntagabend ausgefallen, weil Neapel wegen zwei Corona-Fällen nicht anreisen konnte. Der Verband hatte im Vorfeld bereits damit gedroht, das Spiel mit 3:0 für Juventus zu werten. Die "Gazzetta dello Sport" schrieb deshalb am Montag, der Anwalt von Napoli laufe sich bereits warm.

Der Schiedsrichter und die Fußballer von Juventus waren auf den Rasen im Allianz-Stadium gekommen. Nach 45 Minuten Wartezeit wurde "das Spiel" für beendet erklärt. "Fußball im Covid-Chaos", titelte die Zeitung "Corriere della Sera" am Montag. Der italienische Verband (FIGC) wollte dazu beraten.

Gesundheitsbehörde schickte Team in Quarantäne

Und auch der Sportminister meldete sich zu Wort: Vincenzo Spadafora schien Napoli den Rücken zu stärken, als er am Wochenende erklärte, dass gesundheitliche Aspekte immer Vorrang vor anderen Interessen hätte. Das werde er auch den FIGC-Verantwortlichen sagen, wurde er zitiert.

In Neapel hatten lokale Gesundheitsbehörden der SSC-Mannschaft die Abreise verboten und Quarantäne bestimmt. Die Serie A hatte kürzlich Krisengespräche zu vermehrten Corona-Fällen in der obersten Serie A geführt. Sie legte fest, dass Spiele erst verlegt werden können, wenn einem Club weniger als 13 Profis zur Verfügung stehen oder 10 Corona-Fälle in einer Woche auftreten. (APA)


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