Frau arbeitete trotz Syphilis-Erkrankung als Prostituierte: Prozess

Die 30-jährige Hauptangeklagte kam nicht zur Verhandlung. Nur die zweite Angeklagte, eine gleichaltrige Freundin, die als Beitragstäterin über Whatsapp für ihre Freundin Termine mit Freiern ausgemacht hatte, erschien.

(Symbolbild)
© APA/Gindl

Klagenfurt – Ein Prozess wegen einer Frau, die trotz einer Syphilis-Erkrankung als Prostituierte gearbeitet hat, ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt gestartet worden. Die 30-jährige Rumänin war aber nicht zur Verhandlung gekommen – lediglich die zweite Angeklagte, eine gleichaltrige Freundin, nahm vor Richterin Ute Lambauer Platz. Sie hatte als Beitragstäterin über Whatsapp für ihre Freundin Termine mit Freiern ausgemacht. Die Verhandlung wurde vertagt.

Staatsanwältin Daniela Zupanc wirft den beiden Angeklagten vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten vor, worauf bis zu drei Jahre Haft stehen. Konkret soll die 30-jährige Haupttäterin der illegalen Wohnungsprostitution nachgegangen sein und mit drei bis vier Freiern täglich Sexualkontakte gehabt haben. Sie kam nicht zur Verhandlung: "Ich glaube, sie ist in Rumänien, ich habe aber keinen Kontakt zu ihr", sagte ihre Freundin vor Gericht.

Sie gab in ihrer Einvernahme durch Richterin Lambauer zu, ihrer Freundin "geholfen" zu haben: "Sie hat mich gebeten, den Männern, die ihr geschrieben haben, zu antworten." Diese konnte nämlich nicht gut genug Deutsch, um selbst zu antworten. Überhaupt habe ihr ihre Freundin gesagt, dass sie zwar Syphilis habe, die Erkrankung aber nicht aktiv und daher auch nicht ansteckend sei.

Richterin Lambauer vertagte schließlich den Prozess auf unbestimmte Zeit: "Ohne die Hauptangeklagte tu ich mir schwer." Nun soll erneut versucht werden, mit der 30-Jährigen Kontakt aufzunehmen. (APA)


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