„Der letzte Gitarren-Boss": Eddie Van Halen an Krebs gestorben

Mit seiner Gitarre und einer Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal hat Eddie Van Halen die Rockmusik geprägt. Die nach ihm und seinem Bruder benannte Band wurde weltberühmt. Jetzt ist Eddie Van Halen an Krebs gestorben – mit 65 Jahren.

Eddie Van Halen.
© ETHAN MILLER

New York – Die Musikwelt trauert um einen legendären Gitarristen. Eddie Van Halen habe seinen "langen und harten Kampf" gegen Krebs verloren, gab sein Sohn Wolfgang am Dienstag auf Twitter bekannt. Erst im Jänner hatte der Musiker seinen 65. Geburtstag gefeiert. Vor 20 Jahren musste sich die in Kalifornien lebende Gitarren-Legende einer Krebsbehandlung unterziehen. Er war langjähriger Raucher.

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Als "letzten Gitarren-Boss" hat ihn das Branchenmagazin Billboard einmal gefeiert. Dabei hörte Van Halen nach eigenem Bekunden keine Musik. Der weltberühmte Musiker macht demnach noch nicht einmal im Auto das Radio an. "Ich ziehe das Geräusch des Motors vor", sagte er dem Magazin. "Ich höre mir gar keine Musik an. Das ist eine komische Sache, aber das ist schon mein ganzes Leben lang so. Ich könnte gar kein zeitgenössisches Album machen, wenn ich es wollen würde, denn ich weiß nicht, wie zeitgenössische Musik sich anhört."

Trotzdem begeistert Van Halen mit seiner Musik über Jahrzehnte hinweg Millionen Fans auf der ganzen Welt. "Jump" wurde 1984 zum internationalen Chart-Hit und blieb ein ewiger Partyklassiker. "Right Now" und "Why Can't This Be Love" waren weitere Hits. Seine Spielweise hat eine ganze Generation von Rockgitarristen geprägt.

Die Hard-Rock-Band Van Halen war ein Familienunternehmen: Eddie spielte Gitarre, sein Bruder Alex Schlagzeug und Eddies Sohn Wolfgang kam als Bassist hinzu. Die meisten Menschen wollten nach Hollywood und dort Rockstars werden, sagte Eddie Van Halen in einem seiner seltenen Interviews einmal dem Magazin Esquire. Diesen Gedanken hätten sie in der Van Halen-Familie aber nie verfolgt.

Die enge Familienbande war vielleicht auch der Grund dafür, warum es mit den wechselnden externen Sängern der Band nicht immer ganz reibungslos lief. Gründungssänger David Lee Roth wurde mehrfach ersetzt und stieß nach Auszeiten wieder offiziell dazu. Beide Seiten gaben offen zu, dass die Zusammenarbeit nicht immer einfach war.

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Die Van Halen-Brüder wurden im niederländischen Amsterdam geboren und wanderten als Kinder mit ihren Eltern nach Südkalifornien aus. Schon früh begannen sie, Gitarre und Schlagzeug zu spielen, gewannen Musikwettbewerbe und gründeten schließlich schon zu Schulzeiten die Band Van Halen.

"Ich kann mir niemanden vorstellen, der mehr Glück in seinem Leben hatte als ich", sagt Eddie Van Halen. "Ich habe ziemlich viel Bullshit in meinem Leben durchgemacht, aber ich spiele seit Beginn mit meinem Bruder und jetzt auch mit meinem Sohn in der Band. Ich glaube nicht, dass das irgendjemand anders in der Musikwelt von sich sagen kann. Ich kenne niemanden, der mit seinem Sohn und seinem Bruder Musik macht."

Plektren für die Gitarre, eine Rose und Zigaretten wurden beim Guitar Center in Hollywood für Eddie Van Halen niedergelegt.
© FREDERIC J. BROWN

Alkohol, Drogen und Exzesse hinterließen ihre Spuren

Die Band blieb über Jahrzehnte erfolgreich, doch sein Privatleben litt unter den Suchtproblemen, zu denen sich der Musiker auch offen bekannte. Die Ehe mit der Schauspielerin Valerie Bertinelli ging 2007 auseinander. Zwei Jahre später heiratete er Janie Liszewski, die frühere Band-Sprecherin.

Seine langjährige Alkohol- und Drogensucht und andere Exzesse hinterließen ihre Spuren. 1999 bekam er eine neue Hüfte, ein Jahr später erkrankte er an Zungenkrebs. Später kehrte der Krebs, diesmal am Kehlkopf, zurück.

"Er war der beste Vater, den ich mir wünschen konnte", schrieb Sohn Wolfgang (29) auf Twitter. "Jeder Moment, den ich mit ihm auf und jenseits der Bühne verbrachte, war ein Geschenk. Mein Herz ist gebrochen und ich glaube nicht, dass ich mich jemals vollständig von diesem Verlust erholen werde. Ich liebe dich so sehr, Pop". (APA/dpa)


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