WK-Chefs mit Hilferuf: „Reisewarnungen müssen sofort beendet werden“

Die vier Kammerpräsidenten des Alpenraums fordern das Ende der aktuellen Reisewarnungen und -beschränkungen. Diese würden den Tourismus und die gesamte regionale Wirtschaft in Existenzgefahr bringen.

Der Tourismus wird hart von den Reisewarnung getroffen.
© Vanessa Rachlé

Innsbruck, Bozen – Die Wirtschaftskammerpräsidenten von Tirol, Salzburg, Vorarlberg sowie der Handelskammerpräsident von Südtirol starten aufgrund der aktuellen Corona-Reisewarnungen einen „Hilferuf aus den Alpen“. „Die aktuelle Corona-Politik in Europa bringt für unsere Länder massive existenzielle Bedrohungen und gefährdet letzten Endes nicht nur die Tourismuswirtschaft, sondern sämtliche regionale Wirtschaftskreisläufe", heißt es in einer gemeinsamen Presseaussendung der vier Kammerpräsidenten des Alpenraums.

„Gift für europäische Wirtschaft"

Christoph Walser (WK Tirol), Hans Peter Metzler (WK Vorarlberg), Peter Buchmüller (WK Salzburg) sowie Michl Ebener (Handelskammer Südtirol) kritisierten die unterschiedlichen Maßnahmen der europäischen Staaten und die „inzwischen ausufernden Reisewarnungen": „Diese sind wahres Gift für die europäische Wirtschaft und zugleich für das europäische Gemeinschaftsgefühl." Die Reisewarnungen- und Einschränkungen müssten beendet und aufgehoben werden.

Die Quelle für Ansteckungen sei derzeit vor allem auf private Feiern und Zusammentreffen zurückzuführen – und nicht auf den Tourismus. Als Beispiel wurde genannt, dass über den Sommer bei insgesamt 1724 Corona-Infektionen in Tirol nur 55 Infektionen bei Gästen festgestellt worden waren. Sie sind davon überzeugt, dass das Coronavirus mit strengen Hygienemaßnahmen und dem Gebot des Abstandhaltens auch ohne Reisewarnungen in Schach gehalten werden könne.

„Europaweite Koordination unbedingt nötig"

Verschärft würden die Reisewarnungen durch die verschiedenen Ampelsysteme und die unterschiedlichen Kriterien für Reisebeschränkungen. Bei einer Fortsetzung des Systems dieser Reiseeinschränkungen wäre, so die vier Präsidenten, eine Verständigung der EU-Mitgliedstaaten auf europäischer Ebene erforderlich.

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In diesem Zusammenhang wird darauf verwiesen, dass die Europäische Kommission am 4. September ein europäisches Ampelsystem vorgeschlagen habe. „Eine solche europaweite Koordination ist unbedingt nötig, um nicht in einem völligen Chaos an unübersichtlichen Kriterien und daraus folgenden Reisewarnungen und grenzüberschreitenden Bewegungseinschränkungen zu enden“, fordern die Wirtschaftsvertreter.

Die vier Kammerpräsidenten hoffen, dass der „Hilferuf aus den Alpen“ Gehör findet – ansonsten drohe in den betroffenen Regionen sehr bald das „wirtschaftliche Licht auszugehen." (TT.com)


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