Appell der Wifo/IHS-Chefs: Infektionen mit richtigem Verhalten senken

Die Chefs von Wifo und IHS appellierten an die Bevölkerung, zu einem Drosseln der Infektionszahlen beizutragen. Das Corona-Geschehen und die Wirtschaftsdynamik seien sehr stark miteinander gekoppelt.

Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Christoph Badelt (l.), und IHS-Direktor Martin Kocher.
© APA/Jäger

Wien - Vorbei ist die Corona-Wirtschaftskrise erst dann, wenn es eine Impfung und eine adäquate Behandlung gegen Covid-19 gibt. Das meinten die Leiter von Wifo und IHS am Freitag. "Wenn wir wieder positive Wachstumsraten haben und die Arbeitslosigkeit wieder sinkt", ergänzte Wifo-Chef Christoph Badelt. "Wenn wieder ein stabiles Wachstum einsetzt, wenn die Unsicherheit sinkt und die Stimmung steigt - das deutet auf den Zeitraum 2021/22 hin", erklärte IHS-Chef Martin Kocher.

Die Chefs von Wifo und IHS appellierten auch eindringlich an die Bevölkerung appelliert, zu einem Drosseln der Corona-Infektionszahlen beizutragen. "Verhaltet euch bitte so, dass sich die Infektionszahlen wieder einbremsen", sagte Badelt bei der Prognosepräsentation am Freitag. Das Infektionsgeschehen und die wirtschaftliche Dynamik seien direkt miteinander gekoppelt, erklärte auch Kocher.

"Mit unserem eigenen Verhalten können wir sehr viel tun"

Badelt bezeichnete diesen Appell an die Bevölkerung als wichtiger im Vergleich zu Hinweisen an die Politik, etwa zu konjunkturstützenden Maßnahmen oder einer Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. "Mit unserem eigenen Verhalten können wir sehr viel tun, damit es nicht wieder zu einem Lockdown kommen muss", so der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts.

"Entscheidend ist es, die Infektionszahlen einzudämmen", betonte der Leiter des Instituts für Höhere Studien vor Journalisten, denn die würden sehr stark mit dem Wirtschaftswachstum korrelieren. Daher richte auch er einen "Appell an die Bevölkerung, sich an die Maßnahmen zur Senkung der Infektionszahlen zu halten".

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"Liegen in der Hand der gesundheitspolitischen Konsequenzen"

"In Wahrheit liegen wir mehr denn je in der Hand der Pandemie und in der Hand der gesundheitspolitischen Konsequenzen daraus - die Wirtschaftspolitik kommt erst danach", meinte Badelt im Ö1-"Mittagsjournal". Seien die Infektionszahlen so hoch, dass es Reisewarnungen für touristische Gebiete gebe, sei es egal, ob ein Hotel in Tirol nicht aufsperren dürfe oder keine Gäste kommen, so der Wifo-Chef.

Ein erneuter Lockdown in diesem Herbst, etwa im November oder Dezember, könnte laut Wifo dazu führen, dass die erwarteten BIP-Raten von heuer minus 6,8 Prozent und 2021 plus 4,4 Prozent um 2,5 bis 4,0 Prozentpunkte tiefer ausfallen.


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