ÖFB gegen Nordirland: Nicht nur Schlager kramt in positiven Erinnerungen

So wie bei der Premiere der Nations League im November 2018 will Österreich auch heute (20.45, live TT.com-Ticker) bei selbstbewussten Nordiren siegen.

Im November 2018 traf Xaver Schlager gegen Nordirland erstmals im ÖFB-Nationalteam. Heute kehrt er an die Stätte seiner Tor-Premiere zurück.
© GEPA pictures/ Christian Ort

Von Tobias Waidhofer

Belfast – Nordirland? Da war doch was. Das dachte sich auch Xaver Schlager, als der Flieger am Freitag in der dortigen Hauptstadt Belfast landete. „Natürlich ist das eine schöne Erinnerung“, denkt der Mittelfeldspieler gerne an den 18. November 2018 zurück, als der Wolfsburger beim 2:1-Auswärtssieg sein erstes und bisher auch einziges Länderspieltor erzielen konnte. „Aber das ist auch schon wieder Vergangenheit“, weiß der Blondschopf, der beim 2:1-Sieg gegen die Griechen noch geschont wurde, aber heute eine tragende Rolle in der ÖFB-Offensive einnehmen soll. Dabei erwartet nicht nur der Oberösterreicher heute „keinen Leckerbissen, sondern hohe Intensität“. Wobei sich beides eigentlich nicht widersprechen muss ...

Es ist aber sicher nicht wegzudiskutieren, dass sich die physisch so beeindruckenden Briten eher über eine stabile Defensive als über offensiven Zauberfußball definieren. Dass der wertvollste Spieler in den Reihen der Nordiren mit dem 32-jährigen Leicester-City-Verteidger Jonny Evans (geschätzer Marktwert zwölf Millionen Euro) ein routinierter Abwehrspieler ist, passt in diesem Zusammenhang auch perfekt in das Bild.

⚽ Mögliche Aufstellungen UEFA Nations League

Nordirland - Österreich 20.45 Uhr (live TT.com-Ticker)

Belfast, Windsor Park, SR Ardeleanu/CZE

  • Nordirland: Peacock-Farrell (Burnley/16 Länderspiele) - Dallas (Leeds/46/3 Tore), Cathcart (Watford/52/2), J. Evans (Leicester/84/4), Lewis (Newcastle/13/0) - Whyte (Cardiff City/10/2), Davis (Glasgow Rangers/120/12), Saville (Middlesbrough/23/0), Washington (Charlton/23/4) - Boyce (Hearts/22/1) - Lafferty (Reggina/76/20)
  • Österreich: Pervan (Wolfsburg/2) - Posch (Hoffenheim/8/1), Dragovic (Bayer Leverkusen/82/1), Hinteregger (Eintracht Frankfurt/48/4) - Lainer (Borussia Mönchengladbach/21/1), Ilsanker (Eintracht Frankfurt/44/0), Baumgartlinger (Bayer Leverkusen/77/1), Alaba (Bayern München/72/14) - X. Schlager (Wolfsburg/13/1), Baumgartner (Hoffenheim/3/2) - Gregoritsch (Augsburg/20/3)

„Wir wollen nicht so spielen wie Nordirland und uns da irgendwie einlullen lassen von ihnen, sondern wir wollen unser Spiel durchziehen“, meint Michael Gregoritsch, der nach seinem Assist gegen die Griechen heute seinen Platz im Sturmzentrum zurückbekommen könnte – allerdings ist auch Sasa Kalajdzic nach Muskelproblemen wieder einsatzfähig.

Während die Nordiren im erfolgreichen EM-Play-off-Halbfinale in Bosnien kräfteraubende 120 Minuten im Einsatz waren, absolvierte das ÖFB-Team zuletzt ein weit weniger aufreibendes Testspiel und hat zudem einen Tag länger Pause. Dies sei aber kein Vorteil, wie Teamchef Franco Foda meinte: „Sie haben gewonnen, das gibt Energie“, betonte der Deutsche. „Sie werden selbstbewusst auftreten.“ Das tut aber auch die ÖFB-Elf. „Wir müssen so spielen wie in der zweiten Halbzeit gegen Griechenland. Wichtig wird sein, dass wir das Tempo hoch halten und die Schwächen des Gegners ausnützen“, sagte Foda gestern vor dem Abschlusstraining.

In jenem angesprochenen zweiten Durchgang hatte man ja wieder mit einer defensiven Viererkette agiert. Liegt diese Variante dem ÖFB-Team also besser als die in Halbzeit eins praktizierte Dreierabwehr? „Nein“, antwortet der Teamchef. „Die Mannschaft ist in der Lage, beide Systeme zu spielen.“ Vieles deutet heute trotzdem auf eine Variante mit vier Abwehrspielern hin – so wie beim 2:1-Sieg am 18. November 2018. Es ist also nicht nur Xaver Schlager, der im Windsor Park zu Belfast in positiven Erinnerungen kramt.


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