Boliviens Ex-Präsident Quiroga zieht Kandidatur zurück

Vor kurzem war auch Übergangspräsidentin Jeanine Áñez aus dem Rennen um das höchste Staatsamt ausgestiegen, um die Stimmen der konservativen Wählerschaft nicht unter zu vielen Kandidaten zu verteilen.

Jorge Quiroga ist aus dem Rennen um das Präsidentenamt ausgestiegen.
© Aizar RALDES / AFP

La Paz – Eine Woche vor der Präsidentenwahl in Bolivien hat der ehemalige Staatschef Jorge Quiroga seine Kandidatur zurückgezogen. Er habe keinerlei Aussicht auf einen Wahlsieg und wolle einen Durchmarsch der linken MAS-Partei von Ex-Präsident Evo Morales im ersten Wahlgang verhindern, schrieb der frühere Staatschef (2001-2002) am Sonntag auf Twitter.

Vor kurzem war auch Übergangspräsidentin Jeanine Áñez aus dem Rennen um das höchste Staatsamt ausgestiegen, um die Stimmen der konservativen Wählerschaft nicht unter zu vielen Kandidaten zu verteilen. Quiroga lag in den Umfragen zuletzt bei gerade einmal 1,1 Prozent der Stimmen.

MAS-Kandidat Luis Arce kam demnach auf 33,6 Prozent, der liberale Ex-Präsident Carlos Mesa auf 26,8 Prozent und der ultrarechte Bürgerkomitee-Führer Luis Fernando Camacho auf 13,9 Prozent der Stimmen. Für einen Wahlsieg in der ersten Runde braucht ein Kandidat über 50 Prozent der Stimmen oder über 40 Prozent und zehn Prozentpunkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Die politische Lage in Bolivien ist seit der umstrittenen Präsidentenwahl vor einem Jahr äußerst angespannt. Der damalige Präsident Morales musste damals nach Manipulationsvorwürfen auf Druck des Militärs zurücktreten. Die Interimsregierung der konservativen Übergangspräsidentin Áñez verschob die ursprünglich für Mai angesetzte Wahl wegen der Coronakrise mehrfach. (APA/dpa)

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