Amtsinhaber Rachmon gewinnt Präsidentschaftswahl in Tadschikistan

Bei der Wahl in Tadschikistan reklamiert der seit drei Jahrzehnten regierende Staatschef Emomali Rachmon über 90 Prozent der Stimmen für sich. Er kann damit erneut sieben Jahre im Amt bleiben.

Emomali Rachmon bei der Stimmabgabe.
© Handout / Press Service of the President of the Republic of Tajikistan / AFP

Duschanbe – Mit mehr als 90 Prozent der Stimmen hat sich der autoritäre Staatschef Emomali Rachmon zum Sieger der Präsidentenwahl in Tadschikistan erklären lassen. Dieses Ergebnis teilte die Wahlleitung am Montag in Duschanbe, der Hauptstadt der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik, mit. Damit bleibt der seit 1992 regierende Dauerherrscher auch formal weitere sieben Jahre im Amt.

In dem islamisch geprägten Hochgebirgsland in Zentralasien waren am Sonntag fünf Millionen Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen; die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei rund 85 Prozent.

Korruption und Armut

Es gab zwar offiziell vier weitere Präsidentschaftskandidaten. An einem haushohen Erfolg für Rachmon hatte aber niemand gezweifelt. Der 68-Jährige regiert das bitterarme Land mit Grenzen unter anderem zu China und Afghanistan seit fast drei Jahrzehnten. Bei der Wahl 2013 wurden Rachmon rund 84 Prozent zugesprochen.

Das kleine Land, in dem in den 1990er Jahren ein Bürgerkrieg tobte, ist bis heute von verbreiteter Korruption und Armut geprägt. Die Opposition wird unterdrückt. Menschenrechtler prangern regelmäßig fehlende Meinungsfreiheit und Transparenz an. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat noch nie eine Abstimmung als demokratisch anerkannt.

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Tadschikistan zählt zu den ärmsten Ländern der Region. Die Menschen sind massiv von Überweisungen von Verwandten im Ausland abhängig. Darauf entfallen 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Fast jeder dritte Tadschike gilt als arm. Die Corona-Krise hat das Land zudem hart getroffen. Die autoritäre Führung behauptete lange, dass Tadschikistan eines der letzten Corona-freien Länder der Welt sei. Inzwischen gibt es auch offiziell mehr als 10.000 Fälle. (APA/AFP)


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