Nach Ischgl-Bericht: Landesregierung entmachtet Sanitätschef

Als Reaktion auf den Ischgl-Bericht krempelt das Land das Gesundheitswesen in Tirol um. Es wird eine neue Landesgesundheitsdirektion eingerichtet.

© Thomas Böhm

Innsbruck - Nach der Kritik der Expertenkommission zum Corona-Krisenmanagement in Ischgl ("fachliche Fehleinschätzungen") ordnet die schwarz-grüne Landesregierung das Gesundheitswesen und den Krisen- und Katastrophenschutz im Land neu.

Personelle Konsequenzen schloss Platter am Dienstag erneut aus, vielmehr bezeichnet er die Empfehlungen der Kommission "als gute Handlungsanleitung, das Krisenmanagement weiterzuentwickeln". Bis Ende November soll deshalb eine Landesgesundheitsdirektion eingerichtet werden, die künftig das Dach für die Landessanitätsdirektion, die Krankenanstalten und möglicherweise für eine eigene Pflegeabteilung sein soll.

Damit verbunden ist eine Entmachtung von Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber, der wegen Ischgl massiv in die Kritik geraten ist. Er erhält einen übergeordneten Chef. Der Innsbrucker Klinikchef Günter Weiss wird federführend und gemeinsam mit Experten sowie Gesundheits-LR Bernhard Tilg (VP) die Strukturen für die Gesundheitsdirektion ausarbeiten.

Daneben ist zeitgleich ein Krisen- und Katastrophenmanagementzentrum geplant. Der Landeskoordinator soll künftig für die organisatorische und technische Durchführung von Einsatzleitungen bzw. Krisenstäben in Tirol verantwortlich sein. Mit der Konzepterstellung wird der Leiter des aktuellen Corona-Krisenstabs, Elmar Rizzoli, beauftragt. Er dürfte am Ende wohl auch Chef des Krisen- und Katastrophenmanagements werden. (pn)

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