Kapitän Baumgartlinger vertraut in Rumänien auf Stärke des ÖFB-Teams

Der Leverkusen-Legionär sieht außerdem einen psychologischen Vorteil für seine Mannschaft, nachdem die Rumänen letzte Woche im EM-Play-off gescheitert sind.

Julian Baumgartlinger und Co. wollen am Mittwoch Revanche an Rumänien nehmen.
© GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Ploiesti - Julian Baumgartlinger hat sich vor dem Nations-League-Spiel des österreichischen Fußball-Nationalteams am Mittwoch in Ploiesti gegen Rumänien voller Zuversicht präsentiert. Der ÖFB-Kapitän warnte zwar vor den Qualitäten des Gegners, gab sich aber auch optimistisch, dass man mit einer Revanche für das Heim-2:3 im September den dritten Länderspiel-Sieg in Folge einfahren kann.

"Aus der Stärke heraus, die wir gegen Nordirland gezeigt haben, und in dem Wissen, dass wir gegen Rumänien in Klagenfurt die bessere Mannschaft waren, können wir Respekt haben, müssen aber keine Angst haben", erklärte der Leverkusen-Profi. Man habe im ersten Duell mit den Rumänen ein "ordentliches Spiel" gemacht, sagte Baumgartlinger. "Aber bei den Toren waren wir zu nachlässig."

Zuletzt präsentierte sich die ÖFB-Auswahl im Abwehrverhalten über weite Strecken sattelfest und durfte sich auch deshalb über die Erfolge gegen Griechenland und Nordirland freuen. Im Gegensatz dazu setzte es für die Rumänen bittere Niederlagen im EM-Semifinal-Play-off gegen Island und in der Nations League gegen Norwegen. "Natürlich ist es viel besser, mit zwei Siegen in ein Spiel zu starten als mit zwei Niederlagen", meinte Baumgartlinger.

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Vor allem das Out im EM-Play-off dürfte die Rumänen schwer getroffen haben, vermutete der Mittelfeldspieler. "Das war sicher ein Riesenziel von ihnen. Für uns ist es gut, denn damit haben wir bei der EM in Bukarest kein richtiges Auswärtsspiel." Die Rumänen wären Österreichs EURO-Gruppengegner gewesen, hätten sie sich in den Play-off-Partien durchgesetzt. Nun wartet der Sieger aus Georgien gegen Nordmazedonien auf die Truppe von Franco Foda.

Vorerst aber steht noch die Nations League im Mittelpunkt, die das ÖFB-Team auf Platz eins abschließen will. Diesbezüglich wäre schon ein Remis in Rumänien eine brauchbare Basis, weil die Österreicher dann mit zwei Siegen in den abschließenden November-Heimspielen gegen Nordirland und Norwegen den Aufstieg in die Liga A fixieren könnten. "Wir rechnen nicht und wollen auf Sieg spielen", sagte Baumgartlinger, schränkte aber auch ein, dass man "nicht kopflos" in die Partie gehen dürfe: "Wir brauchen kein unnötiges Risiko einzugehen."

In diesem Zusammenhang ist Erfahrung gefragt, die neben dem ÖFB-Kapitän auch David Alaba besitzt. Der Bayern-Profi stellte gegen Nordirland seine Qualitäten als linker Verteidiger unter Beweis. "Er war sehr positiv und aktiv, von der ersten Minute an auch sehr lautstark. Man merkt, wie er die linke Seite pusht, und über seine Qualität brauchen wir eh nicht reden", erklärte Baumgartlinger.

"Wir sind selbstkritisch"

Die Qualitäten des Salzburgers wurden zuletzt in Leverkusen offenbar weniger geschätzt - Baumgartlinger brachte es in dieser Saison erst auf drei Kurzauftritte. "Es war ein bisschen weniger Einsatzzeit, als ich erhofft habe. Da ist es wichtig, genau diese Länderspiele zu nützen", sagte der 32-Jährige. "Doch ich fühle mich fit und meine Routine hilft mir, Ruhe zu bewahren."

Gelassenheit legt Baumgartlinger auch an den Tag, was die zurückhaltenden öffentlichen Reaktionen auf die jüngsten beiden Siege betrifft. "Ich habe keine Kritik wahrgenommen, habe mich aber auch mit anderen Sachen beschäftigt", erzählte der Spielführer und betonte: "Wir können es schon richtig einschätzen. Die erste Hälfte gegen Griechenland war pomadig, die zweite besser. Gegen Nordirland war die erste Hälfte hervorragend, die zweite ausgeglichen. Wir sind selbstkritisch, trotzdem ist es wichtig, Siege anzuerkennen, denn die sind nicht selbstverständlich." (APA)


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