Platter und Kompatscher: „Weitere Verzögerung beim BBT inakzeptabel“

Der Fertigstellung des Brennerbasistunnels (BBT) könnte eine erhebliche Verzögerung blühen. Dann nämlich, wenn in der heutigen Aufsichtsratssitzung tatsächlich die Vertragsauflösung mit der ARGE H51 (Porr und Co.) zum Baulos Pfons-Brenner beschlossen wird.

Tirols LH Günther Platter (Tirol) und LH Arno Kompatscher (Südtirol)
© APA/EXPA/Groder

Innsbruck – Im Streit über die Dicke und Beschaffenheit der Tunnel-Außenwände könnte es heute zur großen Eskalation kommen. In der heutigen Sitzung der Errichtergesellschaft des Brennerbasistunnels (BBT SE) könnte, wie berichtet, eine Neuausschreibung des knapp 1 Mrd. Euro teuren größten Bauloses Pfons-Brenner beschlossen werden.

Die Folge wäre wohl ein langer und teurer Rechtsstreit mit ARGE H51 Pfons-Brenner unter Führung von Porr-und eine weitere mehrjährige Verzögerung der Tunnel-Fertigstellung bis weit nach 2030. Die BBT SE spricht von Leistungsverzögerung und Leistungsverweigerung", Porr-Chef Karl-Heinz Strauss von einer fehlerhaften Ausschreibung mit Vorgaben, die technisch unmöglich seien.

Die Politik ist jedenfalls alarmiert und erhöht vor der heutigen Sitzung auch Druck. Die Landeshauptleute von Tirol und Südtirol, Günther Platter und Arno Kompatscher, machten heute deutlich, dass jede weitere Verzögerung beim Bau des BBT zu einer nicht hinnehmbaren weiteren Belastung der Tiroler und Südtiroler Bevölkerung führe.

„Die drohenden Verzögerungen beim Baufortschritt des BBT von mehreren Jahren sind für uns inakzeptabel. Als Politik ist es nicht unsere Aufgabe, uns in das operative Geschäft einzumischen. Fest steht jedoch: Jede Verzögerung geschieht auf dem Rücken der transitgeplagten Tiroler und Südtiroler Bevölkerung. Beide Seiten – sowohl der Auftragnehmer als auch die BBT SE – müssen daher eine Lösung finden, damit der Bau so schnell und effizient wie möglich finalisiert werden kann“, so die beiden Landeshauptleute in einer gemeinsamen Stellungnahme. (TT.com)


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