Wien-Favoritensiege von Tsitsipas, Medwedew und Djokovic

Serbe bei Erste Bank Open wie 2018-Gewinner Anderson schon im Viertelfinale. Sinner, Pospisil mit Auftaktsiegen, Melzer im Doppel weiter, Starkes Donnerstag-Programm mit Rodionov, Thiem.

Novak Djokovic in Wien.
© HELMUT FOHRINGER

Wien – Der Mittwoch hat auf dem Center Court des Erste Bank Open Favoritensiege von Gesetzten gebracht. Der Grieche Stefanos Tsitsipas (Nr. 3) und der Russe Daniil Medwedew (4) nahmen bei ihrem jeweils ersten Wien-Antreten ihre Auftakthürden, der topgesetzte Serbe Novak Djokovic zog bereits ins Achtelfinale ein. Dazu gab es einen Auftaktsieg von Jürgen Melzer mit dem Franzosen Edouard Roger-Vasselin gegen den Steirer Oliver Marach und den Briten Daniel Evans.

Djokovic hatte wie am Vortag in Runde eins gegen seinen Landsmann Filip Krajinovic hart zu kämpfen. Diesmal ärgerte ihn Borna Coric, wieder ging Satz eins in Tiebreak. Der 24-jährige Kroate ließ im 75 Minuten dauernden Eröffnungsdurchgang aber vier Satzbälle aus, ging nach 2:07 Stunden als 6:7(11),3:6-Verlierer vom Court. Damit hat Coric auch im vierten Duell mit dem 17-fachen Grand-Slam-Gewinner keinen Satz gewonnen. Djokovic' Tiebreak-Bilanz seit Wimbledon 2019 wiederum steht beim 21:2.

Djokovic sieht Gegner als "großen Kämpfer"

"Es war knapp und herausfordernd", sagte Djokovic. "Borna ist ein großer Kämpfer. Er spielt einen ähnlichen Stil wie ich. Das Tiebreak hat das Match entschieden." Der "Djoker" hat nun die Nummer-1-Position zum Jahresende praktisch fix, zum sechsten Mal. Damit schließt er zu Rekordhalter Pete Sampras (USA) auf. Im Viertelfinale von Wien trifft der Weltranglistenerste am Freitag auf den Polen Hubert Hurkacz oder den italienischen Lucky Loser Lorenzo Sonego, ist so oder so klarer Favorit.

Tsitsipas hatte als einziger der Top Fünf - alle aus den Top Acht der Weltrangliste - für seinen Erstrundensieg drei Sätze benötigt. Am Ende stand ein 6:7(3),6:3,6:4 gegen den Deutschen Jan-Lennard Struff. Nun kommt es für den 22-Jährigen zur Neuauflage des French-Open-Achtelfinales gegen Grigor Dimitrow. Dem Bulgaren schob er die Favoritenrolle zu, er selbst sei mal über einen guten Start in die Indoor-Saison froh: "Je mehr ich spiele, desto besser sollte es werden. Ich bin auf einem guten Weg."

Medwedew setzte sich gegen Jason Jung glatt 6:3,6:1 durch, doch spielte der Taiwanese recht gefällig mit. Im Vorjahr hatte der 24-jährige Medwedew nach einem Erfolgslauf von sechs Finali en suite mit drei Titelgewinnen für das Wiener ATP-Turnier wegen Erschöpfung absagen müssen, nun sieht er sich einem starken Feld gegenüber. "Das Turnier ist wirklich stark besetzt, schon das Halbfinale wäre ein Erfolg. Man spielt nicht so oft schon zu Beginn gegen Top-10-Spieler."

Mit einem solchen bekommt er es allerdings auch im Achtelfinale noch nicht zu tun, trifft er doch auf Vasek Pospisil. Der Qualifikant sorgte auf dem Nebenplatz in einem kanadischen Duell für eine Überraschung, indem er Youngster Felix Auger-Aliassime mit 7:5,7:5 in die Schranken wies. In einem Youngster-Duell weiter kam auch der italienische Hoffnungsträger Jannik Sinner, der 19-Jährige behielt gegen den 21-jährigen Norweger Casper Ruud 7:6(2),6:3 die Oberhand.

Kevin Anderson schlägt Pablo Carreno Busta

Überraschend kam zum Tagesausklang ein glattes 7:5,6:1 von Kevin Anderson im zweiten Achtelfinale gegen Pablo Carreno Busta. Der Wien-Sieger von 2018 hatte in der Runde davor gegen der Niederösterreicher Dennis Novak drei Matchbälle abgewehrt. Carreno Busta leistete aber im Grunde nur im ersten Satz ernsten Widerstand, im zweiten Durchgang hatte Anderson recht leichtes Spiel. Am Freitag spielt der 34-Jährige gegen den Sieger aus Pospisil gegen Medwedew.

Das Donnerstag-Programm mit den restlichen sechs Achtelfinalpartien hat es in sich. Die interessante Partie zwischen Sinner und dem Russen Andrej Rublew (5) hat nur auf dem Neben-Court Platz, da auf dem Center Court die Lokalmatadore Jurij Rodionov gegen Evans und Dominic Thiem gegen den Chilenen Cristian Garin spielen, auch die Partien von Tsitsipas und Medwedew dort angesetzt sind. Selbst Melzer muss da mit seinem Doppel-Viertelfinale auf den Next Gen Court ausweichen. (APA)


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