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Wer erbt was? Erb- und Pflichtteil

Wer ist gesetzlicher Erbe – wer soll einen Pflichtteil, und wenn, in welcher Höhe erhalten?

Um ein gutes Gewissen zu haben, ist es ratsam, rechtzeitig die Erben einzusetzten.
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Von RA Mag. Marius Baumann

Stirbt jemand, ohne eine letztwillige Verfügung errichtet zu haben, gilt die gesetzliche Erbfolge.

Gesetzliche Erben sind die in nächster Linie mit dem Verstorbenen Verwandten sowie der Ehegatte oder eingetragene Partner. Letzterer ist neben Kindern des Verstorbenen und deren Nachkommen zu einem Drittel, neben Eltern des Verstorbenen zu zwei Dritteln und in den übrigen Fällen zur Gänze gesetzlicher Erbe.

In der ersten Linie erben neben Ehegatten und Partner die Kinder und deren Nachkommen. Sind solche nicht vorhanden, die Eltern des Verstorbenen und deren Nachkommen, sind solche nicht vorhanden, die Großeltern des Verstorbenen und deren Nachkommen usw. Dabei schließt die nähere Linie die fernere jeweils aus. Der Erbteil vorverstorbener Nachkommen des Verstorbenen fällt dessen Kindern zu gleichen Teilen zu.

Das Pflichtteilsrecht schränkt den Erblasser ein

Das Pflichtteilsrecht schränkt die Möglichkeit des Erblassers, über seinen Nachlass zu verfügen, ein. Die Nachkommen sowie der Ehegatte oder eingetragene Partner des Verstorbenen sind pflichtteilsberechtigt, sie müssen die Hälfte des gesetzlichen Erbteils erhalten.

Um pflichtteilsberechtigte Kinder oder Ehegatten vor einer Schmälerung ihres Pflichtteils durch Schenkungen des Erblassers zu schützen, können diese die Hinzurechnung der Schenkung zum Reinnachlass verlangen, um so eine Erhöhung des Pflichtteils zu erreichen. Selbst erhaltene Schenkungen muss sich der Pflichtteilsberechtigte jedoch anrechnen lassen.

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch ist binnen 3 Jahren mittels Klage geltend zu machen, und zwar gegen den Nachlass bzw. gegen den Erben, allenfalls auch gegen den Beschenkten.

Im Einzelnen ergeben sich regelmäßig komplizierte Rechtsfragen verschiedener Art, so dass es sich empfiehlt, kompetente Beratung einzuholen. Ein Rechtsanwalt kann sowohl die notwendigen gerichtlichen Schritte setzen als auch bei einer außergerichtlichen Einigung behilflich sein.

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RA Mag. Marius Baumann

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