Ein Wacker-Sieg wie eine Schweißnaht: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt"

Vor dem ÖFB-Pokal-Achtelfinale am Mittwoch bei Sturm Graz tankte der FC Wacker mit dem 3:2-Sieg gegen Horn jede Menge Moral und Selbstvertrauen.

Der eingewechselte Merchas Doski (links) ließ im Tivoli-Stadion mit seinem späten 3:2-Siegtreffer gegen Horn alle Wacker-Dämme brechen.
© gepa

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Atsushi Zaizen machte wie angekündigt sein Tor und beendete damit die leidige Tivoli-Torsperre, Ronivaldo fiel mit seinem Treffer eine zentnerschwere Last von seinen Schultern und mit dem Schlusspfiff gegen Horn lag man sich beim FC Wacker kollektiv in den Armen – der 3:2-Heimsieg gegen Horn war wie eine Schweißnaht. „Zuerst der Elfer, dann der Ausschluss, über eine Stunde in Unterzahl und trotzdem gewonnen. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt“, zollte Trainer Daniel Bierofka seiner Truppe ein Pauschallob.

Vor eine Woche war die Gemütslage bei den Schwarzgrünen nach der 0:4-Heimpleite gegen BW Linz tief im Keller, nach sechs hart erkämpften Punkten gegen Dornbirn und Horn ist die FCW-Welt wieder in Ordnung. Nach acht Runden nur vier Punkte hinter dem Aufstiegsrang heißt, dass man im Plan liegt.

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Zurück zur Nervenschlacht gegen Horn: Zaizen versenkte per Flugkopfball nach Zuckerpass von Ronivaldo zum 1:1; Goalie Marco Knaller lieferte mit einem perfekten Ausschuss die Vorlage für Ronivaldos ersten Ligatreffer im Tivoli. Dass ausgerechnet Ex-Wacker-Profi Patrik Eler den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich für die Horner fixierte, passte ins Bild. Und natürlich auch die Entscheidung in Minute 87 mit dem Freistoß von Merchas Doski. „Eingewechselt und dann das Siegestor, ein Hammer-Gefühl“, freute sich der 20-jährige Deutsche.

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Auf der Tribüne fieberte derweil einer mit, der nach einer halben Stunde in die Kabine musste – Flo Jamnig war im Zwiespalt der Gefühle. „So ein Sieg schweißt die Mannschaft noch mehr zusammen. Der Ruck ging bereits in Dornbirn durch das Team“, erklärte der Mieminger, der sich über den ersten Ausschluss seiner Karriere auch am Tag danach noch wunderte: „Das war nie ein Ausschluss. Ich hab’ eher zurück- als durchgezogen.“ Was die Fernsehbilder auch bewiesen. Wird aber nicht viel nützen. Rot heißt im Fußball Doppelbestrafung, auch wenn es eine Fehlentscheidung war. Nicht nur, dass der FC Wacker eine Stunde in Unterzahl spielen musste, wird Jamnig wohl auch am Mittwoch im Pokal-Achtelfinale bei Sturm Graz fehlen.


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