Johnny Depp verlor im Prozess gegen „Sun“ und will Einspruch einlegen

Ein beispielloser Rosenkrieg geht zu Ende – zumindest an seinem ersten Schauplatz. Johnny Depp muss eine gerichtliche Niederlage gegen die britische Boulevardpresse einstecken. Der Streit mit seiner Ex-Frau dürfte jedoch anderswo weitergehen.

Der Streit zwischen Johnny Depp und Amber Heard (hier 2016) dürfte weitergehen.
© PATRICK HAMILTON

London – Hollywood-Star Johnny Depp will Einspruch einlegen nach seiner gerichtlichen Niederlage gegen die Boulevardzeitung Sun. „Das Urteil ist so fehlerhaft, dass es lächerlich wäre, wenn Herr Depp keinen Einspruch einlegen würde", teilte Depps Anwältin, Jenny Afia, am Montag mit. Das Gericht habe sich ausschließlich auf die Aussagen von Depps Ex-Frau Amber Heard verlassen und Gegenbeweise von Polizei, Medizinern und anderen Zeugen ignoriert.

Der 57 Jahre alte Schauspieler hatte gegen den Verlag wegen eines Artikels geklagt, in dem behauptet wurde, er habe seine Ex-Frau Amber Heard (34) körperlich misshandelt. Der High Court in London hatte am Montag die Klage Depps gegen die Sun abgewiesen.

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Depp habe zwar die notwendigen Gründe für seine Verleumdungsklage vorgelegt, aber es habe sich erwiesen, dass die Berichterstattung der Sun der Wahrheit entsprochen habe, schrieben die Richter in ihrem am Montag online veröffentlichten Urteil. Die Klage des 57 Jahre alten Schauspielers werde daher abgewiesen. Beide Seiten könnten sich schriftlich dazu äußern.

Ein Sprecher der Sun dankte dem Gericht für seine „bedeutende Entscheidung“ und der Schauspielerin Amber Heard für ihren Mut, so umfassend vor Gericht auszusagen. „Opfer von häuslicher Gewalt dürfen niemals zum Schweigen gebracht werden“, sagte er.

Urteil wurde im Internet veröffentlicht

Der Promi-Prozess am High Court im Juli hatte weltweite Aufmerksamkeit erregt und sich zum Rosenkrieg zwischen den beiden Schauspielern entwickelt. Wochenlang zeichneten Depp („Fluch der Karibik“) und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau („Zombieland“) das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung. Zum Ende gab es keinen Termin vor Ort mehr, das Urteil wurde im Internet veröffentlicht.

Die Schauspielerin hatte vor Gericht ausgesagt, sie habe Todesangst vor Depp gehabt: Er habe sie oft angeschrien, getreten und sogar gewürgt. Der Beschuldigte hatte wiederum behauptet, seine Ex-Frau sei selbst gewalttätig gewesen. Sein Anwalt nannte Heard zum Abschluss sogar eine „zwanghafte Lügnerin“. Völlig unstrittig war im Prozess: Depp litt immer wieder unter seiner Drogen- und Alkoholsucht. Auch er selbst räumte das ein.

Verleumdungsklage gegen Amber Heard in den USA

Er und Heard hatten sich bei den Dreharbeiten zum Film „The Rum Diary“ kennengelernt. Das Paar trennte sich 2016 nach 15 Monaten Ehe.

Es ist nicht die einzige gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den Ex-Partnern: Auch in den USA hat Depp wegen der Gewaltvorwürfe eine Verleumdungsklage eingereicht. Er klagt dort aber direkt gegen Heard. Sie hatte in der Washington Post über ihre Gewalterfahrungen berichtet – ohne Depp jedoch beim Namen zu nennen. (dpa)


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