Alaba überrumpelt: ÖFB-Kicker erfuhr von Bayern-Rückzug „aus den Nachrichten"

Nicht nur David Alaba wurde vom Rückzieher der Bayern aus den Vertragsverhandlungen kalt erwischt. Auch Trainer Hansi Flick zeigte sich am Tag vor dem CL-Match gegen Salzburg (Dienstag, 21.00 Uhr) wenig erfreut über die aktuellen Entwicklungen.

David Alaba blickt bei den Bayern einer ungewissen Zukunft entgegen.
© CHRISTOF STACHE

München – Ausgerechnet vor dem Auftritt in seiner Heimat ziehen die Bayern ihrem Publikumsliebling David Alaba im Vertragspoker die Daumenschrauben an. Der deutsche Rekordmeister nahm das Angebot zur Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrages öffentlichwirksam vom Tisch und will sich intensiver der Nachfolge-Suche widmen, wie Präsident Herbert Heiner erklärte. Alaba selbst will die Kunde wieder einmal "aus den Nachrichten erfahren" haben.

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"Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Ich habe mir in der kurzen Zeit jetzt nicht Gedanken machen können, wie es weitergeht", zeigte sich Alaba auf der Pressekonferenz der Münchner vor dem Champions-League-Auswärtsspiel bei Red Bull Salzburg überrumpelt. "Mein erster Ansprechpartner war immer FC Bayern München. Deshalb habe ich mir sonst keine Gedanken gemacht."

Seit Monaten verhandelt der Triple-Gewinner mit dem ÖFB-Teamspieler und dessen Beratern. Die Bayern sollen zuletzt einen Fünfjahresvertrag mit elf Millionen Euro Fixum plus Bonuszahlungen geboten haben. Dass solche Zahlen "nicht intern" bleiben, sondern medial die Runde machen, stört Alaba massiv. "Ich kann jedem einzelnen Fan versichern, dass die Summen, die in den Raum gestellt werden, nicht der Wahrheit entsprechen", betonte der 28-Jährige. "Ich war enttäuscht und irgendwo auch verletzt, dass das nicht von offizielle Seite klargestellt wurde."

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Flick hofft weiter auf Verbleib von Alaba

Sein Präsident hatte am Sonntagabend im Bayerischen Rundfunk erklärt, man habe dem Berater von Alaba gesagt, dass man bis Ende Oktober Klarheit haben wolle. "Und die Antwort war: Dass das Angebot immer noch unbefriedigend ist und wir weiter nachdenken sollen. Daraufhin haben wir uns entschieden, das Angebot komplett vom Tisch zu nehmen. Das heißt, es gibt kein Angebot mehr." Ein kleines Schlupfloch ließ sich Heiner dann doch: "Der David ist ja noch acht Monate bei uns unter Vertrag, und wir schätzen ihn unheimlich."

Alaba spielt, mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 2011, seit 2008 für die Münchner - und ist unter Trainer Hansi Flick unumstrittener Leistungsträger in der Innenverteidigung. Zuletzt hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic noch betont, dass man Alaba "kein Ultimatum" für eine Entscheidung setzen wolle.

Nicht nur Alaba wurde von der neuesten Entwicklung kalt erwischt. "Ich bin alles andere als glücklich, dass wir uns mit diesem Thema in dieser Woche befassen müssen", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick, ein bekannter Fürsprecher Alabas: "Ich wäre froh, wenn David dem FC Bayern München über die Saison erhalten bliebe. David ist ein Topspieler und ein ganz toller Mensch. Ich bin überzeugt davon, dass er diese Topleistung auch weiter abruft."

Wie einst bei Kroos und Ballack

Dass die Münchner Stars nicht um jeden Preis halten wollen, bewiesen sie schon in der Vergangenheit. Im Jahr 2014 ließen die Bayern Toni Kroos zu Real Madrid gehen, um nach den gescheiterten Verhandlungen noch eine Ablöse zu kassieren. Bei Michael Ballack zog Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dessen Wechsel im Sommer 2006 zu Chelsea eine lukrative Offerte öffentlich zurück - und erntete dafür den Jubel vieler Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung. Jetzt überraschte Hainer mit der Aussage, dass man "bis Ende Oktober" Klarheit und eine Antwort haben wolle, "denn für so eine wichtige Position und Personalie wollen wir auch Planungssicherheit haben, das sind wir dem Verein und den Fans schuldig". (APA, dpa)


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