Anschlag in Wien: Für Van der Bellen Angriff auf „Herz der Gesellschaft"

Sebastian Kurz und Alexander Van der Bellen nehmen zum Terroranschlag Stellung. Der Bundeskanzler will „dem Hass keinen Raum geben".

Bundespräsident van der Bellen am Dienstag nach dem Anschlag in Wien.
© HERBERT PFARRHOFER

Wien – Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) haben sich nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt am Dienstag in Statements an die Bevölkerung gewandt.

„Im Zentrum Wiens inmitten unserer Republik hat ein feiges terroristisches Attentat auf das Herz unsere Gesellschaft stattgefunden", sagte das Staatsoberhaupt. Der Hass könne aber niemals so stark sein „wie unsere Gemeinschaft".

Das offenbar islamistische Attentat sei das „schlimmste unserer jüngeren Geschichte". „Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Verletzten, die in diesen Stunden um ihr Leben ringen. Unsere Tränen fließen für alle aus unserer Mitte, die ihr Leben verloren haben", sagte Van der Bellen. Das Staatsoberhaupt bedankte sich auch bei allen Einsatzkräften und bei der internationalen Gemeinschaft, die geschlossen „in diesen schweren Stunden" hinter Österreich stehe.

📽️ Video | Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Terroranschlag in Wien

„Werden uns nicht einschüchtern lassen"

Das Attentat habe offenbar allen gegolten, die das Leben in einer freien Gemeinschaft schätzen und hochhalten. „Es galt unser freien Gesellschaft selbst", so der Bundespräsident. „Es galt dem Leben in einer liberalen Demokratie, das Terroristen offenbar abgrundtief hassen."

Der Hass werde in der Gesellschaft aber nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Ähnliche Worte fand Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er hat am Dienstag angekündigt, dem Terrorismus mit allen Mitten entgegenzutreten.

„Wir werden uns von Terroristen nicht einschüchtern lassen", sagte er in einer kurzen Ansprache. Gleichzeitig appellierte er, die von den Islamisten angestrebte Spaltung der Gesellschaft nicht zuzulassen: „Wir werden diesem Hass keinen Raum geben." Der Feind sei der islamische Extremismus, nicht alle Angehörigen einer ganzen Religion.

„Keine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen"

„Wir werden die Opfer des gestrigen Abends nie vergessen und wir werden gemeinsam, entschlossen unsere Grundwerte verteidigen", sagte Kurz und erinnerte an die bisher vier Todesopfer, die 14 Verletzten und den verwundeten Polizisten. Ein älterer Herr, eine ältere Dame, ein junger Passant und eine Kellnerin seien durch den Anschlag „aus dem Leben gerissen" worden.

Der Anschlag sei von „Hass auf unser Lebensmodell" und „Hass auf unsere Grundwerte" getragen. Man werde nun Täter und Hintermänner jagen und einer gerechten Strafe zuführen.

Allerdings sei dies keine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen, sondern: „Es ist ein Kampf zwischen den vielen Menschen, die an den Frieden glauben und jenen wenigen, die sich den Krieg wünschen." Diesen "Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei" werde man gemeinsam mit den internationalen Partnern mit aller Entschlossenheit führen. Außerdem kündigte Kurz eine (auch von der Opposition beantragte) Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates an, diese findet am morgigen Mittwoch um 16.00 Uhr statt. (APA/TT.com)

📽️ Video | Bundeskanzler Sebastian Kurz zum Terroranschlag in Wien


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