Reaktionen aus Tirol: „Lassen uns nicht einschüchtern"

Die Tiroler Politik reagierte am Dienstag Vormittag auf den Anschlag in Wien. Auch Bischof Glettler nahm Stellung.

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter nahm am Dienstag zum Anschlag in Wien Stellung (Archivbild)
© Julia Hammerle

Innsbruck – Tirols Politik zeigt nach dem Terroranschlag in Wien am Dienstag ihre Anteilnahme. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), Landeshauptmannstellverterin Ingrid Felipe (Grüne) und Vertreter der Opposition meldeten sich in Aussendungen zu Wort.

Der Landeshauptmann zeigt sich tief betroffen. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. Angesichts des Terroranschlages ließ er die Fahnen am Landhausplatz auf Halbmast setzen.

Der Angriff habe bewusst auf Menschen abgezielt, aber auch auf „unsere Werte und unsere Demokratie". „Islamische Terroristen wollen mit solchen Taten unsere Gesellschaft spalten und die Menschen entzweien. Es sind unsere Freiheit und unser Zusammenhalt, die ihnen am meisten Angst machen", so Günther Platter am Dienstag Vormittag. Österreich und Europa dürften und würden diesem Terror niemals nachgeben.

„Wir werden uns unsere Art zu leben nicht verbieten lassen, wir lassen uns nicht einschüchtern und werden auch in Zukunft jede Art von Extremismus entschieden bekämpfen. Wer unsere Werte missachtet, hat in unserer Gesellschaft keinen Platz", sagt der Landeshauptmann. Sein Dank gilt allen Einsatzkräften.

„Widerwärtiger, feiger Angriff"

Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) sagte, dass sie dieses „unfassbare Verbrechen in Wien in dieser ohnehin sehr belastenden Zeit" in „Herz und Seele" treffe. Es sei derzeit „kaum möglich, ruhig, gefasst und offen zu bleiben" – obwohl dies „wichtiger denn je" sei.

SPÖ-Chef Georg Dornauer zeigte sich „unfassbar erschüttert über den widerwärtigen, feigen Angriff auf unsere Bundeshauptstadt". Er sprach den Angehörigen, Wienerinnen und Wienern sowie Einsatzkräften seine Anteilnahme und Solidarität aus.

Markus Abwerzger, Landesparteiobmann der FPÖ, meinte dagegen: „Der islamistische Terror ist endgültig in Österreich angekommen" und sagte, dass seine Gedanken bei den Einsatzkräften und Opfern seien.

Bischof Glettler fordert „mehr Verbundenheit über alle Grenzen hinweg"

Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi von den Grünen nahm über Social Media Stellung. Der Anschlag habe „uns alle sehr betroffen gemacht". Seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer und bei allen Wienerinnen und Wienern: „Innsbruck steht an eurer Seite."

Aufgrund des Terroranschlags in Wien wird die Innsbrucker Synagoge von der Polizei schwer bewacht.
© BAGNG

Hermann Glettler, Bischof von Innsbruck, nahm in einer Aussendung am Dienstag ebenfalls Stellung. Es sei für alle erschütternd, welches „Ausmaß an Zerstörung von hasserfüllten und radikalisierten Menschen ausgehen" kann. Es brauche in der Zukunft mehr Bemühungen um ein Miteinander in der vielfältigen Gesellschaft. „Wir brauchen gerade jetzt mehr Verbundenheit über alle milieuspezifischen, kulturellen und religiösen Grenzen hinweg", so Glettler.

Der Bischof fordert mehr Aufmerksamkeit für Menschen, die das Gefühl hätten, auf der Verliererseite der Gesellschaft zu sein. (TT.com)


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