Dschungel an Corona-Vorschriften: Verwirrende und scharfe Regeln in Südtirol

In Südtirol bewegen sich die Bürger derzeit in einem Dschungel an Corona-Vorschriften. Die Bestimmungen wurden innerhalb einer Woche gleich dreimal geändert. Zudem gibt es Unsicherheiten, bis wie weit die Regelungen des Landes und ab wann die Verordnungen des Staates greifen.

Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen ist auch Südtirol von der Regierung in Rom zur "gelben Region" erklärt. Die geltenden Regeln sind für viele noch unklar.
© dpa

Bozen – Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen ist auch Südtirol von der Regierung in Rom zur „gelben Region" erklärt worden. In der autonomen Provinz bewegen sich die Bürger derzeit in einem Dschungel an Corona-Vorschriften. Die Bestimmungen wurden darüber hinaus innerhalb einer Woche gleich dreimal geändert. Zudem gibt es Unsicherheiten, bis wie weit die Regelungen des Landes und ab wann die Verordnungen des Staates greifen.

Auch auf Landesebene selbst sind die Vorschriften unterschiedlich, je nachdem, wie die Gemeinde eingestuft ist. Mit Donnerstag wurden vom Land insgesamt 23 Gemeinden, darunter auch die Landeshauptstadt Bozen, aufgrund der Infektionszahlen als sogenannte „rote Zonen" eingestuft, bei weiteren zehn steht dieser Schritt kurz bevor. Diese Gebiete dürfen nur noch aus triftigen Gründen verlassen oder betreten werden. Dazu zählen vor allem berufliche oder medizinische Gründe. Am Donnerstag entschied das Land, dass auch in diesen Gemeinden die Grund-und Mittelschulen bis zur ersten Klasse nach den Ferien wieder geöffnet werden. Nicht mehr arbeiten dürfen hier Friseure und Schönheitssalons. Die Bürger sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben, dürfen sich aber tagsüber frei im Gemeindegebiet bewegen.

In allen übrigen Gemeinden bleiben Grund- und Mittelschule sowie die Kindergärten nach den Ferien zur Gänze geöffnet und die Bürger dürfen die Gemeinde auch ohne triftigen Grund verlassen. Die Bewegungsfreiheit ist hier nicht eingeschränkt, mit Ausnahme der nächtlichen Ausgangssperre, die von 20 Uhr bis 5 Uhr gilt. Auch in diesem Fall gilt eine Ausnahme für medizinische und berufliche Gründe.

Im gesamten Land sind Bars und Restaurant geschlossen, mit Ausnahme von solchen, die sogenannte Arbeitermenüs anbieten. Auch der Einzelhandel bleibt mit Ausnahme von Lebensmitteln und allen, welche dringend notwendige Waren verkaufen, geschlossen.

Bis Mittwochabend war zudem unklar, wie der Zentralstaat Südtirol einstufen würde. Alle waren der Überzeugung, dass auch Südtirol zur roten Zone erklärt würde. Damit hätte Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) wenig Spielraum gehabt, unterschiedliche Regelungen zu erlassen. Dann hätte das gesamte Land komplett heruntergefahren werden müssen, wie dies bereits im Frühjahr der Fall gewesen war.

Südtirol wurde hingegen aufgrund von Daten, die noch vom 25. Oktober stammen, überraschend zur gelben Zone erklärt. Zu der Zeit lag die Zahl der Neuinfektionen noch deutlich niedriger. Diese waren in den letzten Tagen stark angestiegen und hatten am Donnerstag mit 762 positiven Testergebnissen einen neuen Rekord erreicht. Allerdings wurden auch mit über 4000 Testungen so viele gemacht wie noch nie zuvor. (APA)


Kommentieren


Schlagworte