Schüsse & Muezzin-Rufe aus Pkw: Polizei eskortierte Rechten, Wiener verstört

In Wien verunsicherte am Sonntag ein rechter Publizist in einer angemeldeten Kundgebung die Bevölkerung. Die Polizei entschuldigte sich.

Symbolfoto
© APA

Wien – Seit dem Terroranschlag am 2. November steht Wien unter Schock. Am Sonntag verstörte ein rechter Publizist in einer angemeldeten Kundgebung die Wiener Bevölkerung einmal mehr. In der Josefstadt spielte ein Auto über einen Lautsprecher Schüsse und Muezzin-Rufe ab. Die Polizei eskortierte es. Viele Menschen posteten auf Social Media Videos von der irritierenden Aktion. Mittlerweile entschuldigten sich die Behörden.

Wie der Standard berichtete, zeigte sich der ehemalige Pegida-Sprecher und rechte Publizist Georg Immanuel Nagel über den Nachrichtendienst Telegram verantwortlich für die Aktion. Die Wiener Polizei erklärte Sonntagmittag, dass die Kundgebung für neun bis zehn Uhr mit zehn Personen angemeldet worden sei. Sie lief unter dem Titel „Toleranz und Vielfalt". Als die Versammlung gemeldet wurde, sei kein Untersagungsgrund vorgelegen. Nagel habe angegeben, lediglich orientalische Musik abspielen zu wollen.

Als die Kundgebung losfuhr, sei auch diese Musik gespielt worden. Danach seien aber etwa ein bis zwei Minuten Maschinengewehrsalven und antimuslimische Parolen über die Lautsprecher zu hören gewesen.

Netz zeigte sich empört

Die Bevölkerung in den umliegenden Wohngebäuden war irritiert und empört. Auf Twitter kursierten Videos von der Aktion. Passanten und Bewohner reagierten mit „Buh"-Rufen. Einige kritisierten die Polizei.

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Die Polizei Wien klärte mit dem Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung das weitere Vorgehen ab. Um 10 Uhr war die Kundgebung zu Ende, wie die Behörden via Twitter verkündeten. Daraufhin habe die Polizei Verwaltungsanzeigen gegen die beteiligten Personen eingeleitet.

Am Nachmittag entschuldigte sich die Wiener Polizei für die Vorfälle in der Josefstadt, „insbesondere bei den Menschen, welche durch diese Versammlung verängstigt wurden". „Dies hätte so nicht stattfinden dürfen", so die Exekutive auf Twitter. (TT.com)


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