Umfrage ergab: Rund 54 Prozent würden sich impfen lassen

Drei Viertel der Österreicher erfreuen sich trotz Corona-Krise eines guten Gesundheitszustandes, jeden Vierten belastet die Situation jedoch psychisch stark. Laut einer aktuellen Umfrage würde sich die Hälfte impfen lassen.

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Wien – Gut oder sogar sehr gut – so bezeichnen trotz Corona-Krise 75 Prozent der Österreicher ihren aktuellen Gesundheitszustand, weitere 18 Prozent bewerten diesen als neutral. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage unter 1000 Österreichern der GfK Austria im Auftrag der Wiener Städtischen Versicherung, die von Ende September bis Anfang Oktober durchgeführt wurde. Je höher das Alter, desto "weniger gesund" fühlen sich die Menschen demnach, zwischen den Geschlechtern wurden keine wesentlichen Unterschiede deutlich.

Anders sieht es bei der mentalen Gesundheit aus: 47 Prozent der Frauen fühlen sich durch die Corona-Situation insgesamt stärker belastet, bei den Männern sind es hingegen 38 Prozent. Betrachtet man die Ergebnisse nach Alter, wird ersichtlich, dass auch dieses eine wesentliche Rolle bei der Stressbelastung spielt: In den Altersgruppen unter 50 Jahren liegt der niedrigste Wert bei 45 Prozent, bei den über 60-Jährigen gaben hingegen nur 38 Prozent an, dass sie zum Zeitpunkt der Umfrage Anfang Oktober eine Belastung gespürt haben.

Erster Lockdown sorgte für hohe psychische Belastung

Diese war im Allgemeinen während des ersten Lockdowns höher – 67 Prozent der Befragten gaben an, dass der psychische Stress nach den Ausgangsbeschränkungen wieder abgenommen hat. Bei der Generation 60+ liegt der Wert wiederum höher, bei 76 Prozent. Das bedeutet laut den Studienautoren, dass ältere Personen während des Lockdowns psychisch weitaus stärker belastet waren als sie es momentan sind.

41 Prozent der Arzttermine mussten während des ersten Lockdowns verschoben werden. Von den Österreichern erhält die medizinische Versorgung die Schulnote gut bis befriedigend – 44 Prozent der Befragten waren mit ihr während des ersten Lockdowns zufrieden. Von den Arzt- bzw. Behandlungsterminen, die verschoben werden mussten, waren die meisten davon Vorsorgetermine (42 Prozent), gefolgt von Kontrollterminen einer bestehenden Erkrankung (37 Prozent) und längerfristig geplanten, nicht kritischen Behandlungen/Therapien (34 Prozent). 16 Prozent der verschobenen Termine waren sogar solche zur Behandlung/Therapie einer akuten Erkrankung und somit dringend notwendig. Mit 85 Prozent hat eine große Mehrheit der Befragten an keiner akuten oder chronischen Krankheit während des ersten Lockdowns gelitten. Etwas weniger als ein Drittel hat in dieser Zeit keine medizinische Versorgung in Anspruch genommen.

Weniger Sport, gleiche Ernährung

29 Prozent der Befragten gaben an, seit Beginn der Corona-Krise mehr auf die eigene Gesundheit zu achten. Die Antworten auf Fragen zu Ernährung, sportlichen Aktivitäten und Gewichtsentwicklung sprechen jedoch eine andere Sprache: Nur 17 Prozent haben während des ersten Lockdowns mehr Sport betrieben als davor und nur 11 Prozent geben an, das auch nach dem Lockdown beibehalten zu haben. 38 Prozent hingegen haben während des ersten Lockdowns weniger oder gar keinen Sport gemacht, zum Zeitpunkt der Umfrage haben immer noch 29 Prozent der Befragten angegeben, sich weniger zu bewegen als vor dem ersten Lockdown.

Die Mehrheit (73 Prozent) hat ihr Ernährungsverhalten während des ersten Lockdowns nicht geändert und hat weder zu- noch abgenommen. Nur 18 Prozent haben während des Lockdowns mehr auf ihre Ernährung geachtet, ein Drittel hat sein Gewicht verändert. Von diesem Drittel haben allerdings zwei von drei zu- und nicht abgenommen.

Rund 54 Prozent würden sich impfen lassen

30 Prozent der Befragten besitzen eine private Krankenversicherung – 60 Prozent von ihnen eine Sonderklasse-Versicherung, 36 Prozent eine Privatarztversicherung. Diese Werte könnten sich jedoch weiter nach oben entwickeln, denn 41 Prozent gaben an, dass sie klaren Bedarf an einer privaten Vorsorge sehen. Die drei am häufigsten genannten Gründe dafür waren der Wunsch nach kürzeren Wartezeiten auf Arzttermine, der Wunsch nach mehr Zeit, die Ärzte für Patienten haben und steigende Selbstbehalte für Leistungen.

Eine Bereitschaft zur Vorsorge gibt es laut Befragung auch beim Thema Corona-Impfung: Rund 54 Prozent würden sich gegen Covid-19 impfen lassen, sollte es einen Impfstoff geben. 37 Prozent der Impfbereiten sogar innerhalb des ersten Monats.

Risiko-Patienten in der Familie ändern eigenes Verhalten

Für die Hälfte jener, die bereits eine Corona-Erkrankung überstanden haben, gehören Schwäche, Antriebslosigkeit und Atemnot zum Alltag. Die Folgen können nicht nur langwierig, sondern vor allem für Angehörige von Risikogruppen auch äußerst ernst sein.

Laut der Umfrage müssen sich 76 Prozent der Österreicher mit der Thematik auseinandersetzen, da sie entweder selbst der Risikogruppe angehören oder jemand aus der Familie gefährdet ist. 52 Prozent der Betroffenen gaben an, dass diese Tatsache ihr Verhalten hinsichtlich der Corona-Vorsichtsmaßnahmen stark beeinflusst. (TT.com/reh)


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