MedUni Innsbruck forscht zu Corona-Infektionsgefahr für Frühchen

Frühchen sind anfälliger für Infekte, weshalb nun in einer Langzeitstudie an der Innsbrucker Klinik zu früh geborene Kinder von Corona-positiven Müttern beobachtet werden. Zehn Mutter-Kind-Paare konnten bereits für die Untersuchung gewonnen werden.

(Symbolbild)
© TT-Archiv

Innsbruck – Ein Forschungsprojekt der Medizinischen Universität Innsbruck widmet sich der Corona-Infektionsgefahr von Frühgeborenen. Nachdem Frühchen in ihren ersten Lebensjahren anfälliger für Infekte sind, werden nun in einer Langzeitstudie an der Innsbrucker Klinik Kinder von Corona-positiven Müttern beobachtet. Zehn Mutter-Kind-Paare konnten bereits für die Untersuchung gewonnen werden, teilte die MedUni am Donnerstag anlässlich des anstehenden Weltfrühchentages am 17. November mit.

„Wir schauen uns die immunologische Entwicklung der Kinder an, ob Antikörper da sind, ob sie Virus ausscheiden oder ob das Virus über die Muttermilch übertragen wird", sagt Ursula Kiechl-Kohlendorfer, Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Pädiatrie II. Über Ergebnisse konnte Kiechl-Kohlendorfer noch nichts berichten.

Bisher asymptomatische bis milde Verläufe bei Frühchen

Bisher habe sich jedenfalls gezeigt, dass Frühchen – trotz oft noch unterentwickelter Lunge – meist asymptomatische oder milde Verläufe haben. Dies erklärte die Medizinerin mit dem Fehlen des sogenannten ACE-Hemmers, den das Virus aber brauche, um in die Zellen zu kommen. Dieser sei bei Frühgeborenen „noch nicht so ausgebildet". Zudem werde angenommen, „dass das unreife Immunsystem nicht zu diesen hyper-entzündlichen und überschießenden Immunreaktion neigt, wie das bei älteren Personen der Fall sein kann".

Doch die Coronakrise hatte offenbar auch positive Auswirkungen: Mehrere Publikationen hätten gezeigt, dass während des ersten Lockdowns von Mitte März bis Ende April im Vorjahresvergleich „deutlich weniger extreme Frühgeburten" registriert wurden. Kiechl-Kohlendorfer vermutete, dass dies auf die Reduktion sozialer Kontakte und den damit einhergehenden Rückgang von Infektionen zu tun haben könnte, oder aber auch durch die Abnahme von Stress im öffentlichen Leben. (APA)


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