Corona-Joboffensive läuft an, Präsenzschulungen "notwendig"

Die mit 700 Millionen Euro dotierte Corona-Joboffensive inklusive Aus- und Weiterbildungen ist kürzlich gestartet. Trotz hoher Coronazahlen soll es laut AMS-Vorstand Johannes Kopf teilweise noch Präsenzschulungen geben.

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Wien – Die mit 700 Millionen Euro dotierte Corona-Joboffensive inklusive Aus- und Weiterbildungen für über 100.000 Arbeitslose ist angelaufen. Davon sind 426 Millionen Euro für 2021 vorgesehen. "Wir müssen jetzt diese Zeit nutzen, um uns vorzubereiten, wenn die Konjunktur wieder anzieht", sagte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Donnerstag bei einem Pressegespräch mit AMS-Vorstand Johannes Kopf in Wien.

Arbeitsministerin Christine Aschbacher
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Erneut appellierte Aschbacher an Arbeitslose, sich für Qualifizierungen und Umschulungen im Rahmen der Corona-Joboffensive beim Arbeitsmarktservice (AMS) zu melden. Die Corona-Arbeitslosigkeit, also der krisenbedingte Abstand zum Vorjahr, betrug zuletzt 79.000 Personen. Bis Jahresende erwartet Arbeitsministerin einen Anstieg der krisenbedingten Arbeitslosigkeit um 20.000 Arbeitssuchende.

Qualifizierungsoffensive

Die AMS-Stellen in den Bundesländern haben für die Corona-Joboffensive den regionalen Arbeitskräftebedarf bei Unternehmen erhoben, damit Schulungen in nachgefragten Bereichen angeboten werden.

🤖 Im Bereich Elektronik/Digitale Technologie sollen 17.400 Personen eine Ausbildung erhalten.

🔧 Für Metallberufe werden rund 8000 Personen qualifiziert.

👩‍⚕️ Für Pflege-, Sozial- und Betreuungsberufe rund 7400 Personen.

🌲 Im Bereich Umwelt, Holz sowie Land- und Forstwirtschaft soll es für rund 3200 Personen eine Ausbildung geben.

🏨 Für 49.000 Arbeitslose sind Qualifizierungen im Bereich Handel, Gastronomie, Büro und fachspezifische Sprachausbildungen vorgesehen.

💶 Für 15.000 Personen gibt es eine Beschäftigungsförderung - etwa in einem sozialökonomischen Betrieb oder Unternehmensgründungsprogramm - oder eine Qualifizierung während der Kurzarbeit.

"In der Krise sollst du schulen

Die 700 Millionen Euro für die Corona-Joboffensive im Herbst/Winter 2020, 2021 und 2022 sind zusätzliche Mittel der türkis-grünen Regierung für das Arbeitsmarktservice (AMS), davon entfallen 485 Millionen Euro auf Qualifizierung, 102 Millionen Euro auf Beratungs- und Betreuungseinrichtungen sowie das Unternehmensgründungsprogramm, 58 Millionen Euro auf den Qualifizierungsbonus und 55 Mio. Euro auf Beschäftigungsförderung in sozialökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten. Das normale Förderbudget des Arbeitsmarktservice (AMS) für 2021 verbleibt wie heuer bei 1,2 Milliarden Euro. Die Förderung pro Arbeitslosen sei damit so hoch wie noch nie, so die Arbeitsministerin.

Auch AMS-Vorstand Johannes Kopf verwies darauf, dass Unternehmen wieder qualifizierte Arbeitskräfte brauchen, wenn die Coronakrise vorbei sei. "Es gibt eine fundamentale Grundregel in der Arbeitsmarktpolitik und die lautet: In der Krise sollst du schulen", sagte Kopf. Dies sei auch der Grund, warum die Arbeitslosen-Schulungen trotz der aktuell hohen Corona-Neuinfektionen derzeit teilweise mit physischer Anwesenheit und Maskenpflicht noch weiterlaufen.

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AMS-Vorstand Johannes Kopf

Es gehe nicht nur um die technische Ausstattung, sondern auch darum, dass benachteiligte Personen schlechter erreicht werden.

Das AMS Wien hat seit Juni mit den beauftragten Bildungsträgern ein Covid-Managementsystem aufgebaut. Bei aktuell über 30.000 Schulungsteilnehmern in Wien gebe es mit Stand heute Vormittag 74 positive Corona-Fälle, sagte AMS-Chefin Petra Draxl. Das BFI verwendet bereits Corona-Antigen-Schnelltest für Kursteilnehmer. Man werde dies "auf ganz Wien ausrollen", kündigte die AMS-Wien-Chefin an. (APA)


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